Was war das für ein Kampfspiel, das die Handballmänner der TS Lichtenfels und der TV Weidhausen vor großer Kulisse ablieferten. Das rassige und von Emotionen geprägte Bezirksoberliga-Derby endete im Lichtenfelser Sportzentrum mit einem 24:24 (11:12)-Unentschieden - für Weidhausen ein sehr schmeichelhafter Punktgewinn. Die TSL hätte auf Grund ihrer Leistung den Sieg verdient gehabt.
Neun Zeitstrafen und zwei Rote Karten gegen die Gastgeber standen vier Hinausstellungen des Gastes gegenüber. Überhaupt stießen viele Entscheidungen der Referees beim Heimpublikum auf großes Unverständnis. Zum Beispiel wurde eine Tätlichkeit des Weidhausener Torhüters gegen einen Lichtenfelser lediglich mit einer Zwei-Minuten-Strafe bestraft.
Beide Mannschaften gingen von Anfang an sehr couragiert zu Werke. Allerdings waren spielerische Elemente zunächst nebensächlich. Der Kampf in der Abwehr bestimmte das Spiel. Die TSL spielte sich gute Chancen heraus, scheiterte aber ein ums andere Mal an TVW-Torwart Schieber. Der Deckung fehlte es an Abstimmung, sodass die Gäste ihre Führung nach neun Minuten durch einen Doppelschlag von Sebastian Büttner auf 6:3 ausbauten.
Obwohl die Lichtenfelser bis zur Halbzeit im Rückstand blieben, war ihnen der Siegeswille an der Körpersprache abzulesen. Trotz mehrfacher Unterzahl blieb die Cudd-Mannschaft - auch dank den Paraden von Tim Renner und Andreas Lutz - im Spiel. Im Angriff fanden die Korbstädter über den Kreis zum Erfolg. Simon Schröck und vor allem der durchsetzungsstarke Philipp Rödel ließen die TVW-Abwehr schlecht aussehen. Mit dem 11:12 zur Pause war das Spiel völlig offen.
In den zweiten 30 Minuten war Lichtenfels spielbestimmend, auch dank der Unterstützung seiner Fans. Die TSL setzte die TVW-Abwehr gehörig unter Druck und ging nach 35 Minuten erstmals mit 14:13 in Führung. Die TSL überzeugte über den Rückraum, aus dem Lukas Tremel, Cornelius John und Andres Kraus trafen. Durch den Ausfall von Kraus ("Rot" nach drei Strafzeiten, 49.) glich Weidhausen wieder zum 18:18 durch Daniel Recknagel aus.
Aber Lichtenfels war nicht zu stoppen. Die Deckung um Torwart Lutz verdiente sich nun Bestnoten. Beim 23:20 (56.) deutete alles auf einen Sieg für die Korbstädter hin. Als Rödel nach einer normalen Abwehraktion "Rot" erhielt und sich auch Joris Rießner fast zeitgleich eine Strafzeit einhandelte, agierte die TSL in doppelter Unterzahl. Tremel markierte noch das 24:22 für die TSL, ehe ein, zwei Chancen nicht verwertet wurden. Der Gast nutzte seine Überzahl, um noch auszugleichen.
TS Lichtenfels: Lutz, Renner - Rödel (4), Rießner (1), Brunner (1), Schulze, Hansen (2), Schröck (1), Tremel (8), Mahler, Kraus (3), C. John (3/1), Höfner, Opitz (1) / TV Weidhausen: Schieber, Zapf - Bauer (5), F. Büttner (3), Freitag, Recknagel (3), S. Büttner (3/2), Müller, Prall (2), Knauer (1), Werner (2), Querfeld (1), Chr. Büttner (4) / SR: Weisflog (Coburg), Bönisch (Rödental)