Ein richtig dicker Fisch ging am Freitagnachmittag Polizeibeamten der Verkehrspolizeiinspektion Coburg ins Netz. Eine Polizeistreife stoppte gegen 15.50 Uhr einen schwarzen Kia.

Fahrzeugführer war ein 42-jähriger bulgarischer Staatsangehöriger aus dem Landkreis Coburg, Mitfahrerin seine an der gleichen Anschrift wohnende 36-jährige Bekannte mit litauischer Staatsangehörigkeit. Im Zuge der Fahndungsüberprüfung der Insassen stellte sich heraus, dass gegen die Beifahrerin ein Strafvollstreckungshaftbefehl der Staatsanwaltschaft Bamberg bestand, jedoch unter anderslautenden Personalien.

Sämtliche Dokumente gefälscht

Dieser Umstand klärte sich nach eingehender Prüfung der mitgeführten Dokumente der Beifahrerin. Bei ID-Karte und Führerschein handelte es sich nämlich um Totalfälschungen. Tatsächlich war die Frau ukrainische Staatsangehörige und führte den im Haftbefehl genannten Namen. Wie sich herausstellte, traf das Gleiche auf den Fahrer des Kia zu. Dessen Personaldokument und Führerschein waren ebenfalls gefälscht. In Wirklichkeit war der Fahrer ebenfalls ukrainischer Staatsangehöriger und weiterhin auch der Ehemann der Beifahrerin.

Da sich der Fahrzeugführer in Deutschland mit den falschen Personalien unter anderem Bankkarte und Krankenversicherungskarte erschlichen hatte, stellten die Beamten nicht nur die gefälschten Personaldokumente, sondern auch die damit rechtswidrig erlangten Ausweis- und Berechtigungsdokumente sicher. Weiterhin wurde gegen den Fahrer ein Verfahren wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis eingeleitet, da er keine gültige Fahrerlaubnis vorweisen konnte. Verantworten muss sich das Ehepaar zudem wegen diverser ausländerrechtlicher Verstöße, insbesondere wegen illegalen Aufenthalts. Nach Zahlung einer Geldstrafe in Höhe von 1200 Euro zur Außerkraftsetzung des Haftbefehls und Hinterlegung einer Sicherheitsleistung für die festgestellten Straftaten wurde das Ehepaar in Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft aus dem Polizeigewahrsam entlassen. Die abschließenden Ermittlungen werden nun von der Verkehrspolizeiinspektion Coburg durchgeführt. red