Die Freien Wähler/Unabhängigen Bürger Dormitz (FW/UBD) hatten zur Wahlveranstaltung ins Gasthaus "Zum Grünen Baum" in Dormitz geladen. Als Gast konnte man den bayerischen Umwelt- und Verbraucherschutzminister Thorsten Glauber (FW) begrüßen.

Der Minister stellte die enge Verzahnung der Kommunalpolitik mit der Landespolitik dar. Das zeigte er am Beispiel der Ausbildungsvoraussetzungen für Erzieherinnen auf, die auf dem freien Markt derzeit wegen schlechter Bezahlung und fünfjähriger Ausbildungsdauer schwer zu bekommen seien.

Auf die Frage, für wie realistisch er als Umweltminister das 365-Euro-Ticket für alle halte, antwortete Glauber, dass es eine enorme Finanzbelastung sei und die entsprechende Infrastruktur geschaffen werden müsse. Der Landkreis Forchheim finanziert derzeit den ÖPNV mit 1,4 Millionen Euro, der Finanzbedarf würde auf rund 20 Millionen steigen, was 20 Prozent des Gesamthaushalts darstellen würde.

Der FW-Ortsvorsitzende und Bürgermeister Holger Bezold gab einen Rückblick über die vergangenen sechs Jahre seiner Arbeit. Er ging auf den aktuell thematisierten Landkreiswechsel ein, welcher bereits im Jahr 2018 zu den Akten gelegt worden sei. Das Thema sei laut Pressemitteilung im Rande einer Diskussion während einer nichtöffentlichen Gemeinderatssitzung zum schleppend vorangehenden Kindergartenneubau entstanden. Dabei hätte man sich bei aller Einigkeit darauf verständigt, dass sich der Bürgermeister völlig unverbindlich informieren solle, welche Voraussetzungen erfüllt werden müssten. Mit diesem Auftrag habe er in einer nächsten nichtöffentlichen Sitzung dieses Thema wieder in den Gemeinderat eingebracht, diesmal als formellen Punkt, was formal völlig richtig gewesen sei.

In dieser Sitzung wurde mehrheitlich entschieden, dass man das Thema nicht weiterverfolgen möchte. In diesem Beschluss stehe auch, dass bei positiver Beschlussfassung die Bevölkerung zu beteiligen gewesen wäre. Man dürfe aber auch mal laut sagen, so Bezold selbstbewusst in Richtung anwesender Kreisräte, "dass wir hier im südlichen Landkreis Forchheim nicht vergessen werden dürfen".

Dem Bürgermeister aber sei wichtig, die positiven Seiten der letzten sechs Jahre hervorzuheben, und da gebe es eine Vielzahl konkreter Beispiele. So habe der Schuldenstand der Gemeinde um satte 53,6 Prozent auf rund 380 000 Euro gesenkt werden können, trotz massiver Sanierung, Modernisierung und Investitionen in der ablaufenden Legislaturperiode.

Bezold warb um das Vertrauen der zahlreich erschienen Dormitzer. In Bezug auf die sich seit Jahren in Planung befindende Umgehungsstraße, über die in Dormitz kontrovers diskutiert wird, streben die Freien Wähler einen Bürgerentscheid an. "Wir haben aus dem vergangenen Jahr gelernt, dass es Themen gibt, die alle Bürger von Dormitz entscheiden sollten", sagte Bezold. Das weitreichende Thema der Umgehungsstraße solle nicht von den 15 Gemeinderäten allein entschieden werden. Der Gemeinderat hatte 2015 einstimmig für die Umgehungsstraße gestimmt.

"Die Umgehungsstraße betrifft das ganze Dorf und somit sollte auch ein jeder Bürger seine Stimme dafür oder dagegen abgeben dürfen, um hier eine demokratische Entscheidung herbeizuführen", meinte der Bürgermeister. red