Höchstadt — Bei strahlend blauem Himmel zogen über 500 Wallfahrer aus Höchstadt am Sonntag in die Dettelbacher Wallfahrtskirche ein. 62 Pilger starteten unter der Leitung von Angela Neudörfer bereits am Samstagmorgen und legten den über 60 Kilometer weiten Weg zu Fuß zurück. Ihnen folgte am Sonntagmorgen ein eigener Bus mit lauftüchtigen Wallfahrern, um die letzten sieben Kilometer mitzugehen. Neben den Einzelpilgern brachen am Sonntag noch vier weitere Busse in Richtung Unterfranken auf.
Im Festgottesdienst in der vollbesetzten Basilika stellte Dekan Kilian Kemmer seine Predigt unter den Titel des Ratespiels "Ich sehe was, was du nicht siehst ... " und legte dar, dass Lebensentscheidungen in Ehe und Familie, Kirche und Welt für Mitmenschen oder Außenstehende oft nicht nachvollziehbar sind. Das Wesentliche sei für die Augen unsichtbar, "man sieht nur mit dem Herzen gut", zitierte der Dekan Antoine de Saint-Exuperys "Kleinen Prinzen".
In den Gebeten dachten die Höchstadter an die Menschen in den Kriegsregionen und die Flüchtlinge. Auch für die neue evangelische Pfarrerin Bianca Schnuppe legte der Dekan eine Fürbitte ein. Zweiter Bürgermeister Günther Schulz (SPD) erneuerte das Gelöbnis der Stadt Höchstadt, alljährlich nach Dettelbach zu pilgern, um der Stadt den Frieden zu erhalten und sie vor Zerstörung zu bewahren.


Die Teilnehmerzahl steigt

Die Kinder feierten einen eigenen Kindergottesdienst im Klostersaal und standen auch in der nachmittäglichen Andacht bei der Kindersegnung im Mittelpunkt. Ein musikalisches Großaufgebot gestaltete die Gottesdienste feierlich: die Stadtkapelle unter der Leitung von Georg Römer, der Kirchenchor unter der Leitung von Katharina Heilmann, Reinhard Döring an der Orgel und Rektor Michael Ulbrich begleitete auf dem Klavier die von ihm gesungenen, stimmungsvollen Lieder zur besinnlichen Meditation.
Insgesamt waren es wieder mehr Teilnehmer als im Vorjahr, was die Verantwortlichen bei allen Mühen der Vorbereitung freut. Beim Abschluss in der Stadtpfarrkirche wies Dekan Kilian Kemmer darauf hin, dass auch die 376. Wallfahrt "jeden Teilnehmer auf andere Weise Gott ein klein wenig näher gebracht hat". LM