"Sonntagnachmittag ist Derbyzeit!" heißt es für die Herrenmannschaften der HG Kunstadt und des TV Weidhausen, wenn beide Teams um 16 Uhr in der Obermainhalle aufeinandertreffen.
Dabei hoffen vor allem die Gäste von Coach Frank Steinberger auf die "eigenen Gesetze des Derbys", denn objektiv betrachtet, gehen die Gastgeber als klarer Favorit in dieses Aufeinandertreffen. Doch Johan Andersson weiß vor seinem ersten Derby als Spielertrainer auch, dass das Prädikat "Tabellenführer" nicht automatisch zu einem doppelten Punktgewinn führt - schon gar nicht in einem Derby!
Grund zu Hochmut hat die HG trotz der weiterhin weißen Weste in der Tat nicht. In Bad Rodach tat man sich letzte Woche gegen das Tabellenschlusslicht lange schwer. Hinzu kommt die Gefahr, dass die Kunstadter am Sonntag vielleicht bereits mit dem Kopf in Rödental sind, wo eine Woche später das Gipfeltreffen zwischen HGK und HSG Rödental/Wildenheid stattfinden wird. Als "Sparringspartner" wird der TVW aber keinesfalls fungieren. Dafür hat sich die Steinberger-Truppe gerade in den letzten Derbys immer wieder zu gut gegen den vermeintlichen Favoriten verkauft. Allerdings tritt der TVW in diesem Jahr mit echten Verletzungssorgen in der Obermainhalle an.
Vor allem der Ausfall des "Topscorers" Johannes Bauer tut dem Team richtig weh, das ohnehin auf Florian Büttner und somit auf einen weiteren ganz wichtigen Akteur längerfristig verzichten muss. Hinzu kommt, dass Weidhausen am letzten Wochenende im Heimspiel gegen Marktleuthen vom Dauerregen gestoppt wurde, als Wasser auf dem Spielfeld eine zu große Verletzungsgefahr darstellte und die Partie kurzerhand abgesagt wurde. Eine optimale Vorbereitung auf das Derby sieht natürlich anders aus.


Bad Rodach bei der HSC-Dritten

Die Situation wird aus Sicht der Gäste noch zusätzlich dadurch verschärft, dass der TVW trotz immer wieder ansprechender Leistungen mit derzeit 5:11 Punkten nur knapp vor den Abstiegsrängen steht. Da aber gerade "angeschlagene Boxer" oftmals die gefährlichsten Kontrahenten sind, müssen die Vorderleute von Kunstadts Torhüter Alexander Kießling auf der Hut sein, in der Hitze des Derbygefechts den so wichtigen kühlen Kopf zu bewahren. Doch nicht nur in Burgkunstadt kommt es zu einem Nachbarduell. Am Samstag spielt die 3. Mannschaft des HSC 2000 Coburg in der BGS-Halle gegen die SG Bad Rodach/Großwalbur, die ausgerechnet bei ihrer besten Saisonleistung das Pech hatte, den Klassenprimus HG Kunstadt gegen sich zu haben, der den relativ sicheren 34:28-Erfolg nur dank der deutlich sichtbaren Routine seiner Akteure zustande brachte. HSC-Trainer Andreas Gahn ist gewarnt und weiß, dass die Badstädter weitaus mehr können, als es der letzte Tabellenplatz mit 1:13 Punkten vermuten lässt.
Während das Trainerduo der Gäste, Wutschka/Schreier, darauf setzen wird, dass die Mannschaft an die Leistung aus dem letzten Spiel anknüpfen wird, muss Gahn darauf hoffen, dass seine Spieler endlich einmal souveräner im Abschluss agieren, denn die Wurfausbeute der HSC-Dritten steht in keinem Verhältnis zu den spielerischen Möglichkeiten. Aber auch der Gegner hat ähnliche Schwächen, so dass es am Ende auf die Tagesform und die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor ankommen wird.
Ein weiteres altkreisinternes Duell gibt es in der Ahorner Sportbegegnungshalle zwischen der HG Hut/Ahorn und dem TV Ebern. Die Gastgeber sind dabei leichter Favorit, denn die Mannschaft von Spielertrainer Dominik Harbecke zeigte zuletzt trotz der 23:26-Niederlage bei der HSG Rödental/Neustadt eine couragierte Leistung.


HSG ist in Weißenstadt gefordert

Keine leichte Aufgabe hat Rödental/Neustadt bei der SG Marktleuthen/Niederlamitz vor der Brust. Zu Hause ist die Mannschaft von Trainer Horst Roch nur sehr schwer zu bezwingen und wird den Tabellenzweiten mächtig fordern. Der HSG fehlt es bislang an der von ihr zu erwartenden spielerischen Dominanz. Rein ergebnistechnisch ist das Team von Trainer Niels Greiner aber im Soll.
Die SG 12 Bamberg/Hallstadt kämpft derweil in der Bezirksoberliga ums nackte Überleben. Ob es am Spiel am Sonntag gegen den TV Gefrees zum zweiten Sieg reichen wird, muss abgewartet werden. Auch der Spielausgang des Spitzenspiels zwischen HaSpo Bayreuth II (2.) und dem HC 03 Bamberg (4.) ist offen, wenngleich man dem jungen Team aus der Wagnerstadt die leichte Favoritenrolle zugestehen muss. mts/ebi