Die Arbeitsgruppe "Eulen" im Landesbund für Vogelschutz in Bayern der Kreisgruppe Coburg zieht eine erste Bilanz aus dem Brutjahr 2020, nachdem aktuell für etwa die Hälfte der circa 350 erfassten Eulen- und Falkenkästen aus dem Coburger Land entsprechende Rückmeldungen vorliegen.

Das Fazit dieser Rückmeldungen von den ehrenamtlichen Mitarbeitern für das abgelaufene Brutjahr 2020 lautet: Der Turmfalke ist im Coburger Land der wesentliche Nutznießer der häufig in landwirtschaftlichen Gehöften oder Scheunen angebrachten Schleiereulen- und Turmfalkenkästen.

Aus den bisher 17 Bruten der Schleiereulen sind insgesamt 52 Jungvögel und aus den 85 Bruten der Turmfalken insgesamt circa 220 Jungvögel hervorgegangen. Ungewöhnlich ist, dass es bei den Turmfalken nachweislich mindestens drei erfolgreiche Zweitbruten gab.

Erfreulich war unter anderem auch die Rückkehr der Schleiereule nach der Renovierung des Kirchturmes in der Fechheimer Kirche mit einem Bruterfolg von mindestens vier Jungvögeln. Auch in Unterlauter war die Schleiereule in einer kleinen Scheune mit sechs Jungvögeln in zwei Bruten sehr erfolgreich.

In Merkendorf und in Elsa wurden bereits 1987 Schleiereulenkästen in Scheunen eingebaut, in denen über all die Jahre hinweg eine erfolgreiche Aufzucht gelang. Bei insgesamt 31 Belegungen in Merkendorf konnten 148 junge Schleiereulen sowie in Elsa bei 34 Belegungen 161 junge Schleiereulen erfolgreich ausfliegen, so die Bilanz der Arbeitsgruppe. Auch im abgelaufenen Jahr gelang den Eltern in Merkendorf die Aufzucht von sechs und in Eicha von fünf Jungvögeln.

"Von den übrigen Arten im Landkreis Coburg gibt es beim Uhu zahlreiche Brutnachweise, aber bisher noch keine konkreten Brutergebnisse und bei den Kleineulen kann derzeit nur der Sperlingskauz sicher als Brutvogel in unseren Wäldern bezeichnet werden", sagt Reiner Hermes, Mitglied in der Arbeitsgruppe "Eulen".

Unterstützt wird die Arbeitsgruppe "Eulen", wie bereits in der Vergangenheit auch, von der Firma Haba. Die Auszubildenden der Lehrwerkstatt haben in kürzester Zeit zehn hochwertige Schleiereulenkästen gebaut und dem LBV kostenlos zur Verfügung gestellt.

Aufgrund der großen Nachfrage, insbesondere bei den Landwirten in der Region Coburg, konnten nahezu alle Schleiereulenkästen bereits in Scheunen eingebaut werden und stehen somit als Brutkästen für den neuen Brutzeitraum ab Ende Februar 2021 zur Verfügung, erklärt Werner Hellwig, der neue Eulenbeauftragte für den LBV Coburg.

Die Schleiereulenkästen sind in erster Linie bei Landwirten aufgehängt, aber auch bei Privatpersonen, die damit zum wesentlichen Erhalt dieser lautlosen, scheuen und anmutigen Vogelart beitragen.

In diesem Zusammenhang bittet der Landesbund für Vogelschutz erneut darum, in den Wintermonaten bei strengem Frost oder bei hohen Schneelagen die Scheunentore einen Spalt offen zu lassen, damit die Schleiereulen hinein können und in dieser kargen Zeit für die Mäusejäger ein ausreichendes Nahrungsangebot zum Überleben gewährleistet ist.