Tüchersfeld — Seit 70 Jahren herrscht nach langen Jahren des Krieges und der Entbehrungen Friede in Mitteleuropa. Anlässlich der Befreiung vor 70 Jahren widmet das Fränkische- Schweiz-Museum in Tüchersfeld seine große Sommerausstellung der Sitution in der Fränkischen Schweiz in den Kriegsjahren, bei der Befreiung und dem schwierigen Neuanfang danach.
Die Ausstellung "Fürchten, Bangen, Hoffen. Leben auf dem Land um 1945" beschreibt die widrigen Lebensumstände, die Sorgen und Nöte der Menschen in der Fränkischen Schweiz, der vielen Flüchtlinge und Vertriebenen, die hier Obdach gefunden haben und am Ende einen großen Beitrag zur wirtschaftlichen Erholung der Region leisteten. Die Ausstellung ist vom 19. Juni bis zum 8. November zu sehen. Am Freitag, 13. April 1945, herrschte bei der Bevölkerung der Fränkischen Schweiz große Unsicherheit: Amerikanische Kampfeinheiten standen bereits bei Bamberg. Auf dem Weg nach Nürnberg und zur Reichsautobahn bei Trockau mussten die US-Einheiten die Fränkische Schweiz durchqueren. Gehäufte Tieffliegerangriffe von P-51 Jagdbombern einige Tage vorher hatten die Menschen verängstigt und verstört.
Vor allem der schwere Angriff vom 9. April auf Ebermannstadt setzte ihnen zu: Scheunen brannten, Pferde starben und Lkws standen in Flammen. Hohe Parteiführer hatten sich zudem zwischenzeitlich bereits abgesetzt. Dennoch errichteten Fanatiker auf deutscher Seite eilig in der zweiten Aprilwoche noch Panzersperren. Letztendlich wurden diese Arbeiten am 13. und 14. April abgebrochen.

Versprengte Soldaten

Durch die Wälder der Region streiften zahllose abgekämpfte und desillusionierte Soldaten, die sich ihrer Waffen und Uniformen entledigt hatten sowie einige wenige versprengte Uniformierte.
Ein junger Leutnant stand in Unterleinleiter einem Sammellager vor. Er sollte aus versprengten Soldaten eine Verteidigungstruppe bilden. Noch am Freitag, 13. April, erschoss er als Abschreckungsmaßnahme wegen "Feigheit vor dem Feind" einen älteren Gefreiten standrechtlich im Garten einer Gastwirtschaft. Bereits am Vormittag des nächsten Tages löste sich das Lager auf und die Soldaten zogen sich langsam über Gasseldorf zurück. red