Mit dem Aschermittwoch beginnt die Passionszeit. Zum Gedenken der Leiden Jesu Christi und für die eigene Meditation laden die Kirchengemeinden zu einem Besuch in den Kirchen in den Gemeinden der Ephorie Rodach ein. In einigen Kirchen erwarten die Besucher besondere Angebote:

In der Johanniskirche in Bad Rodach werden 16 Hungertücher von Misereor zu sehen sein. Bei jedem Bild sind die Besucher zu einer kleinen Meditation eingeladen. Gedankliche Impulse und Bibeltexte regen an, sich den einzelnen Inhalten der Tücher zu stellen. So kann man ein eigenes Hungertuch entstehen lassen. Durch die Einschränkungen aufgrund der Coronapandemie leider nur imaginär in der eigenen Vorstellung.

Aber was ist eigentlich ein Hungertuch? Im 9. Jahrhundert begannen einzelne Kirchengemeinden in der Fastenzeit den Altar- oder Chorraum durch ein großes, schlichtes Tuch zu verhängen. Dadurch sollte der Verzicht der Gemeindeglieder auf die Erlösung durch Gott in der Leidenszeit seines Sohnes verdeutlicht werden. Aus dem unverzierten Tuch entwickelte sich der Brauch, die Tücher mit Darstellungen der Heilsgeschichte Gottes an uns Menschen zu verzieren. Beispiele an Missständen und Schrecknissen der Welt sollten folgen. Am Karfreitag zur Todesstunde Jesu Christi wurden die Tücher in den Kirchen entweder fallen gelassen oder durchgerissen.

Seit 1976 beauftragt Misereor alle zwei Jahre eine Künstlerin oder einen Künstler aus aller Welt, ein Hungertuch zu gestalten. Dadurch entstand ein breites Spektrum an Tüchern, gestaltet mittels vielfältiger Techniken und Umsetzungen (modern, gegenständlich, abstrakt, mittelalterlich oder folkloristisch) zu vielen biblischen Geschichten und Themen.

Die Gemeinde Meeder schließt sich der Aktion an. Neben Hungertüchern von Misereor sind von der Gemeinde selbst gestaltete Exemplare in der Laurentiuskirche zu sehen.

Barmherzigkeitskisten

In der Trinitatiskirche in Unterlauter stehen Barmherzigkeitskisten. Zur Jahreslosung aus dem Lukasevangelium "Seid barmherzig, so wie auch euer Vater barmherzig ist!" haben sich die Konfirmandinnen und Konfirmanden Gedanken gemacht und die Ergebnisse in einem Schuhkarton dargestellt. Konfis müssen nicht automatisch große Künstler sein. Die Ergebnisse sind aber auf sehr hohem Niveau und halten manche überraschende Ergebnisse bereit. Bereits die Außenseiten machen neugierig, den Deckel zu heben. Die im Inneren entstehenden fragilen Gebilde laden zum Nachdenken und Träumen ein.

In der Magdalenenkirche in Wiesenfeld wird eine Vielzahl an Aktionsmöglichkeiten angeboten. In der Kirche gibt es unter anderem Basteltüten für ein "Umarmungsherz" und vor der Kirche eine "bunte Leine" mit vielen Überraschungen.

Bis voraussichtlich Karfreitag werden die Kisten und Tücher zu sehen sein. Die Kirchen sind tagsüber geöffnet, der Eintritt ist jeweils frei. Es besteht FFP-2-Masken-Pflicht. red