Früher sprach man ohne Abwertung vom "Alten" (Ehemann) und von "der Alten" (Ehefrau). Nur früher? Auch heute werden die "Alten" als "Alte" oder "Alter" noch täglich gebraucht, zum Beispiel beim "Schafkopfen".
Wer beim Schafkopfspielen hinten dran steht, der hört: "Ich spiel' mit der Alten." Oder: "Mit der Alten spiel' ich am liebsten." Oder: "Konnst die Alt net stechen?" Wie bitte? Für Nicht-Schafkopfklopfer: Es geht hier bei der "Alten" um die Eichel-Ass (beim Skat die Kreuz-Ass). Dann hört man auch: "Mein Gott, warum host denn net den Alten raus statt dein Blaua?" Mit dem "Alten" ist hier der Eichel-Ober (beim Skat der Kreuz-Bube) gemeint, die höchste Karte.
Auch wenn man am Stammtisch im Wirtshaus genau hinhört, dann wird da noch sehr oft von "meiner/deiner Alten" oder "meinem/deinem Alten" gesprochen. Wenn Frauen mit Problemen sich über ihren Ehemann austauschen und man mit dessen Tun und Handeln nicht einverstanden ist, heißt es auch heute noch: "Do konnst nix machen, heut spinnt er halt wieder, mei Alter." Das gleiche gilt für Männer, wenn sie über ihre "Alte" (Ehefrau) "herziehen". Und dabei geht es keineswegs um eine Abwertung des Lebensgefährten.
Früher war ein Mann über 60 Jahre ein "Alter", heute behauptet er "60 Jahre jung" zu sein und Jugendliche begrüßen sich untereinander mit: "Hey, was geht ab, Alter!" Fast scheint es, als wäre Alter alterslos geworden.