Kronach — Die Kronacher Volleyballer hatten nach dem Heimspieltag nur kurze Zeit zur Regeneration und mussten bereits eine Woche später in Memmelsdorf antreten. Dort traf man auf den SC Memmelsdorf III sowie den Bezirksliga-Tabellenführer aus Lichtenfels und setzte sich jeweils durch.

TS Kronach -
SC Memmelsdorf III 3:0

Gegen den Gastgeber mussten die Kronacher auf einigen Positionen umstellen. So mussten die Ausfälle der beiden Außen-Annahme-Spiele von Biniszewski und Reinhard ebenso kompensiert werden wie das verspätete Eintreffen von Tim Neubauer. Glücklicherweise konnte Trainer Jürgen Quappe aus einem zwölfköpfigen Kader schöpfen.
Mit Th. Michel und M. Eichhorn startete die TSK vielversprechend in den ersten Satz, in dem sie sich schnell mit fünf Punkten absetzen konnte. Allerdings lief noch nicht alles nach Plan: Die Annahme, das Zuspiel und der Angriff waren zu unpräzise. Zahlreiche Fehler sorgten für einen unrhythmischen Spielverlauf. Dennoch wurde mit 25:18 gewonnen.
Der zweite Satz verlief spürbar besser und konstanter in allen Spielelementen und wurde mit 25:15 klar gewonnen. Der dritt Durchgang wurde dann zur Nervenprobe für Spieler, Trainer und Zuschauer. Lange Zeit konnte sich kein Team absetzen, und beim Stand von 22:20 für Kronach kam es zum Showdown, den die Kronacher knapp mit 27:25 für sich entschieden. Dieses Nervenspiel sollte aber nur ein kleiner Vorgeschmack sein auf das, was noch kommen sollte.

TS Kronach -
TS Lichtenfels 3:2

Die Mannen aus der Korbmacherstadt spielten letzte Saison noch erfolgreich in der Bayernliga, zogen dann aber freiwillig in die Bezirksliga zurück und dominieren dort als Tabellenführer das Geschehen nach Belieben. Trotzdem wollten die Kronacher dem Favoriten nicht kampflos die Punkte überlassen und gingen hochmotiviert in die Partie. Allerdings traten sie verkrampft und verunsichert gegen die sehr angriffs- und abwehrstarken Lichtenfelser auf. Zu keiner Zeit bekamen die ansonsten spielstarken Kronacher Zugriff zum Spiel und liefen permanent einem deutlichen Rückstand hinterher. Die schnellen Satzverluste (18:25 und 19:25) ließen Böses für den weiteren Spielverlauf erahnen.
Aber anders als erwartet drehte sich auf einmal das Spiel. Die Kronacher stabilisierten die Annahme um Libero Ammon, und die Hauptangreifer Längenfelder, Neubauer und Bollow konnten ihre Aktionen erfolgreich abschließen. Überraschend, aber verdient holte man sich die Sätze 3 und 4 (25:19, 25:20) und hatte unerwartet die Chance, ein eigentlich schon verloren geglaubtes Spiel noch siegreich zu gestalten.
Im Tie-Break kam die ganze Routine der TSK-Herren zum Tragen, die angefeuert von den mitgereisten Fans und Spielern konsequent aus jeder Situation punkteten und auch unmögliche Bälle im Spiel hielten. Beim Stand von 8:3 für Kronach wurde ein letztes Mal die Seite gewechselt. Einige Fehler der Lichtenfelser sorgten für einen noch komfortableren Vorsprung. Beim Stande von 14:5 hatten die Kronacher Matchball, und fast symptomatisch wurde dieser aus einer spektakulären Abwehraktion heraus direkt zum 3:2-Sieg verwandelt.
Trainer Quappe attestierte der Mannschaft nach dem Spiel einen hervorragenden Mannschaftsgeist und unbändigen Siegeswillen. Die vier Siege aus den letzten vier Spielen machen den verkorksten Saisonstart vergessen und brachten die Volleyballer auf Rang 3. Ausruhen wollen sich die Kronacher "Haudegen" aber nicht, denn bereits am 5. Dezember steht das nächste Heimspiel im Turnerheim (13 Uhr) auf dem Programm. Dann will man sich vor dem heimischen Publikum wieder von der besten Seite präsentieren.
TS Kronach: H. Am Ende, L. Ammon, M. Ammon, J. Bollow, M. Eichhorn, A. Groß, O. Höpp, M. Längenfelder, Th. Michel, T. Neubauer, S. Schlick / Trainer: J. Quappe. jbo