Die 14- tägige Spielpause hatte zwar keinen Einfluss auf die personelle Schieflage bei den Bayernliga-Handballerinnen der Turnerschaft Herzogenaurach. Doch die Verbliebenen, die zuletzt mehrfach über ihre physischen und psychischen Kräfte hinaus kämpfen und rennen mussten, konnten etwas durchschnaufen. Das allein aber wird nicht reichen, um am morgigen Sonntag um 14.30 Uhr in der Gymnasium-Sporthalle gegen den TSV Ismaning bestehen zu können, der seit Jahren einer der renommiertesten Vertreter im bayerischen Oberhaus ist.
Treue Fans der TSH wissen, dass die Mannschaft aus dem Münchner Umland stets mit anspruchsvollen Leistungen zu beeindrucken wusste und rein spielerisch auch heuer den anderen Teams etwas voraus hat. Allein die Beständigkeit geht dem TSV etwas ab. Mit sechs Punkten Vorsprung auf die TSH liegt Ismaning dennoch auf dem vierten Tabellenplatz und hat den Spitzenreiter aus Bergtheim noch im Blick. Will man diesen nicht verlieren, ist ein Sieg in Herzogenaurach absolute Pflicht. Und die Vorzeichen sind gut für die Oberbayern, denn die TSH muss weitere Ausfälle verkraften.
Alexa Dodan hat sich in Erlangen am Knie verletzt, ihr Einsatz ist fraglich. Nadja Müller-Tegel, mehrfach erfolgreicher "Notnagel" bei wichtigen Begegnungen, fehlt ebenso wie Tanja Küffner, die für HaSpo Bayreuth (Erstspielrecht) zeitgleich antritt. Dazu passt es, dass die zweite Mannschaft der TSH ein wichtiges Spiel um den Klassenerhalt austragen muss und ihre Leistungsträgerinnen selbst benötigt.


Team will auch die Fans belohnen

Ganz so schlimm steht es um das Herzogenauracher Bayernliga-Team nicht, auch wenn Trainer Hans-Jürgen Kästl immer wieder betont, dass die unverändert offene Frage nach der Anzahl von Absteigern auch erst am letzten Spieltag beantwortet werden kann. "Ich gebe mich keinen Illusionen hin, Ismaning hat in der Rückrunde wieder in die Erfolgsspur zurückgefunden. Weiß man um ihre hohen technischen und auch taktischen Vorzüge, muss man sich als Gegner der dynamischen Spielweise mit aller Macht entgegenstemmen."
Im Hinspiel hatten die Herzogenauracherinnen mit 26:32 das Nachsehen, tun aber wohl gut daran, nun alle Begleitumstände auszublenden, um sich nicht schon vor dem Anpfiff die zumindest theoretische Chance zu nehmen. Gerade in dieser Saison gelangen dem Kästl-Team nämlich mehrfach Erfolge unter ähnlich problematischen Umständen. "Natürlich werden wir alles geben, das sind wir uns selbst, dem Verein und gerade auch den treuen Fans schuldig, die uns heuer mehrfach zu positiven Überraschungen verholfen haben. Es zeichnet sich ab, dass wir gerade personell in der nächsten Saison auch höheren Ansprüchen gerecht werden können, da ist es wichtig, die Anhänger und uns selbst schon jetzt positiv zu stimulieren", erklärt Kästl. vos