Die wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen Deutschland und den USA sind eng. Doch Störfeuer der Regierung unter Präsident Donald Trump haben den Beziehungen aus Sicht der deutschen Wirtschaft geschadet.

"Mit seinem unberechenbaren Stil und dem Rückzug aus internationalen Abkommen hat Trump weltweit in der Wirtschaft für viel Unsicherheit gesorgt", bilanziert der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Dieter Kempf kurz vor der US-Wahl. "Statt einer chaotischen US-Politik mit Zollspiralen und Abschottung" benötigten Firmen Planungssicherheit und klare Rahmenbedingungen.

Für Verärgerung der deutschen Wirtschaft sorgen insbesondere die von Trump angeheizten globalen Handelskonflikte. "Seit dem Inkrafttreten der US-Strafzölle auf Stahl und Aluminium auf EU-Produkte im Juni 2018 ist das handelspolitische Klima zwischen den USA und Europa vergiftet", beklagt der Maschinenbauverband VDMA. Ähnlich sieht das der Präsident des Außenhandelsverbandes BGA, Anton Börner. "Den größten Schaden haben sicher die Schwächung der internationalen Ordnung und Organisationen sowie die losgetretenen Handelskonflikte angerichtet - sowohl mit China als auch mit Europa selbst".

"Deutsche Unternehmen haben in den USA, Mexiko und Kanada in Milliardenhöhe investiert und über Jahre umfassende Lieferketten aufgebaut. Sie sind daher auf freien Handel und ein stabiles Investitionsumfeld angewiesen", argumentiert Volker Treier, Außenhandelschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). Fest steht, dass Trumps Gepolter und Drohungen - etwa die monatelang im Raum stehenden Strafzölle auf Autoimporte - der Atmosphäre geschadet haben. Doch inwieweit leiden die deutschen Firmen tatsächlich unter der umstrittenen "Amerika zuerst"-Politik? "Vor dem Hintergrund der Handelskonflikte ist bemerkenswert, dass sich im Warenhandel zwischen Deutschland und den USA seit dem Amtsantritt Trumps außer bei den direkt betroffenen Produkten keine gravierenden Veränderungen ergeben haben", konstatiert Experte Jürgen Matthes vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW). Zwischen 2016 und 2019 seien die deutschen Warenexporte in die USA von rund 107 auf rund 119 Milliarden Euro gestiegen, die Importe von 58 auf 71 Milliarden.

Der Anteil der USA habe bei den Importen von 6,1 auf 6,5 Prozent zugenommen und bei den Exporten bei 8,9 Prozent stagniert. Die USA sind der größte Einzelmarkt für den Export von Waren "Made in Germany", daran änderte sich trotz aller Konflikte auch 2019 nichts. Zugleich investieren deutsche Firmen kräftig in der größten Volkswirtschaft der Welt und umgekehrt. Nach Angaben des DIHK haben sie einen Kapitalstock von 430 Milliarden Euro in dem Land aufgebaut. dpa