Der PSV Franken Neustadt verpasste am Samstag einen wichtigen Big-Point im Meisterrennen zu setzen und verlor in Bad Soden-Salmünster knapp mit 5604:5578. Die Franken räumten in wichtigen Phasen die entscheidenden Bilder nicht ab und konnten die gebotenen Angriffsflächen nicht nutzen.
Zeitgleich verlor aber auch Spitzenreiter Lauscha mit fünf Hölzern in Gebesee und damit dürfen sich alle Verfolger wieder Hoffnungen auf den Aufstieg machen. "Es war ein extrem dramatischer und spannender Kegelnachmittag" - PSV-Mitglied Siegfried Hauschild war nach Spielende ebenso enttäuscht wie die Spieler selbst.
Nach dem Startdurchgang führte das Gäste-Duo mit 22, aber die Heimmannschaft konterte. Das gewöhnungsbedürftige Kugelmaterial machte Michael Moosburger zu schaffen und der 32-Jährige konnte nicht an seine starken Auswärtsspiele zuletzt anknüpfen. Mit 929 nahm er Stefan Stehle (926) immerhin noch drei Hölzer ab. Neustadts Spielführer Jürgen Bieberbach spielte solide und kam auf 940, hatte damit aber gegen Michael Klüber (964) das Nachsehen und somit bekam die PSV-Mittelachse ein Minus von 21 Kegeln mit.
Immer wieder schlossen die Puppenstädter die Lücke, aber konnten den "Blinker" einfach nicht setzen, weil vor allem auf Durchgangende die Hausherren immer wieder den Tick besser blieben. Nach verhaltenen Start kämpfte sich Tobias Bieberbach auf 883 und musste Sebastian Christe (896) kurz vor Schluss vorbei ziehen lassen. Im anderen Kreuz verpasste es Bastian Bieberbach der Partie die mögliche Wende zu geben.
Viele gute Ansätze, aber eben nicht die Konstanz in den Würfen, sodass er mit 910 gegen Peter Klüber (890) nur wenig Boden gut machte und damit übernahm das Franken Schlusspaar mit 14 Holz Rückstand.
Die Hürde war hoch, denn mit Thomas Klüber hatten die Hausherren ihren Topmann aufgeboten. Kampfgeist und Einstellung stimmte beiderseits. Immer wieder verkürzten die Gäste, aber die bessere Antwort auf den letzten Würfen hatten die Hausherren.
Zeitgleich glühte der Live-Ticker, denn Spitzenreiter Lauscha verkürzte 100 Wurf vor Ende auf elf Holz in Gebesee. Kurz nach 18 Uhr war also alles möglich, von der Meisterschaftsvorentscheidung für Lauscha, über die Punktgleichheit ab sofort bis hin zum Aufschluss der Verfolger an das Spitzenduo.


"Kämpfen Franken - Kämpfen!"

"Kämpfen Franken - Kämpfen!" - der mitgereiste PSV-Anhang machte sich lautstark bemerkbar und Neustadts Schlussmänner steigerten sich im dritten Durchgang noch mal. Eine überragende Linie von Jochen Geiger mit vielen Sechser-Würfen, die nach mehr ausschauten, verhinderten auch in dieser Phase der Partie die Wende.
Schlussendlich hatte Thomas Klüber (989) und Rene Hagenbach (939) stets die Angriffe erfolgreich abgewehrt. Daran konnte weder die starke Leistung von Michael Lohrer (973) noch Jochen Geiger (943) etwas ändern.


Stimmen zum Spiel:

Stefan Stehle (Spielführer SKG Bad Soden: "Wir sind glücklich, dieses enge Spiel gewonnen zu haben. Wir blieben auch unter unseren Möglichkeiten, aber in Topspielen sind oft auch die Nerven ein entscheidender Faktor. Der PSV hat Lauscha noch daheim. Alles noch möglich".
Jürgen Bieberbach (Spielführer PSV Franken Neustadt): Der Sieg für Bad Soden geht in Ordnung, weil wir die gut fallenden Bahnen nicht nutzen konnten und nur zwei Bahnen über 250 zu verzeichnen haben. Jetzt müssen wir uns steigern". nh