Am 20. September 1890 traf der Magistrat des damaligen Herzogtums Coburg eine weitreichende Entscheidung: Unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters Rudolf Muther beschloss man, für die Trinkwasserversorgung der Stadt 6 Quellen im Froschgrund bei Fischbach zu erschließen und in einem Sammelbehälter zusammenzufassen. Das sogenannte "Fischbacher Projekt" umfasste außerdem noch den Bau von rund 15 Kilometern Wasserleitung aus Grauguss, ein Wasserwerk mit einer Gasmotorpumpe auf dem Gelände der ehemaligen Mohrenbrauerei in der Wiesenstraße, sowie zwei Trinkwasserbehälter - einer auf der Nordlehne, der andere im Gustav-Freytag-Weg.

Mit der Investitionssumme von fast 700 000 Mark konnten maximal 1380 Kubikmeter Trinkwasser pro Tag für etwa 1200 Haushalte bereitgestellt werden. 1891 wurden die Bauarbeiten aufgenommen, am 2. März 1892 floss zum ersten Mal Wasser aus den Fischbacher Quellen in den Hochbehälter Nordlehne. Die weitere Entwicklung der Stadt war immer wieder eng verknüpft mit Maßnahmen der Trinkwasserversorgung. So wurde 1907 wegen steigender Nachfrage weiteres Quellwasser gefasst und in einem zusätzlichen Sammelbehälter, dem "neuen Sammler", zusammengeführt. Im selben Jahr nahm auch das Ernst-Alexandrinen-Volksbad seinen Betrieb mit dem gewonnenen Quellwasser auf.

In einer Pressemitteilung der SÜC Energie und H2O GmbH heißt es: Rückblickend lässt sich feststellen, dass die Räte von damals mit ihrer Vermutung absolut richtig lagen: Die Entscheidung für dieses Projekt reicht segensreich weit in die folgenden Jahrzehnte bis Jahrhunderte. Schließlich kommt nach wie vor der größte Teil des Trinkwassers für die Stadt Coburg und für einige Gemeinden im Landkreis aus diesem Gebiet. Das Wasser der Quellen wird jedoch nicht mehr genutzt, denn die verfügbare Wassermenge und Qualität ist gerade in Trocken- und Hitzeperioden inzwischen zu unzuverlässig.

Mittlerweile sind es sieben Tiefbrunnen, die im Froschgrund für die SÜC und ihre Kunden mittlere Stockwerke des Buntsandsteins erschließen und über 9000 Kubikmeter Grundwasser von sehr guter Qualität pro Tag fördern können. Die bestehenden Wasserrechte gewährleisten, dass nicht mehr Wasser entnommen wird, als sich durch Niederschläge langfristig wieder erneuert. Weiter heißt es in der Mitteilung des Versorgungsunternehmens: "Es ist davon auszugehen, dass die Coburger und einige Landkreisbewohner auch in kommenden Jahrzehnten ,bis auf Jahrhunderte hinaus‘ ihr Lebensmittel Nummer 1 vor allem aus dem Froschgrund bekommen werden. Grund genug, an die Entscheidung von damals zu erinnern." red