Wie auch manch andere Kommune muss der Markt Ebensfeld in den kommenden Jahren zur Gewährleistung der Wasserversorgung wieder investieren. Im Hinblick darauf, dass die Regeneration des Brunnens ansteht und die Wasserversorgung generell einer Sanierung bedarf, hatten die Wasserwarte der Marktgemeinde eine Bedarfsanalyse angeregt. In der Folge gab die Kommune Anfang 2020 eine solche beim Ingenieurbüro Miller als Entscheidungshilfe für notwendige Maßnahmen in Auftrag. Nun stellte Diplomingenieur Wolfgang Fuchs dem Gemeinderat die Ergebnisse vor, und diese unterstrichen den Handlungsbedarf.

Der ermittelte Istzustand besagt, dass die Förderleistung des Brunnens seit der letzten Sanierung anno 2008 erheblich zurückgegangen ist. Es muss Wasser von der Fernwasserversorgung Oberfranken (FWO) nachgespeist werden. Ferner gelangte die Untersuchung zu der Erkenntnis, das die bestehende Wasserversorgungsanlage nicht auf den Wasserbedarf des Kernorts Ebensfeld abgestimmt ist. Der durchschnittliche Wasserbedarf in Ebensfeld beträgt rund 600 Kubikmeter pro Tag.

Um außerdem den nicht minder wichtigen, für Ebensfeld von einer beauftragten Spezialfirma ermittelten Löschwasserbedarf ebenfalls genügend abzudecken, brauche der Hochbehälter eine Kapazität von rund 800 Kubikmetern. Nicht nur wegen seines zu kleinen Speichervolumens, sondern unter anderem auch wegen des Fehlens vorgeschriebener Filter für die Zuluft entspreche der bestehende Hochbehälter nicht mehr den allgemein anerkannten Regeln der Technik, erläuterte der Referent.

Wasser nicht uneingeschränkt mischbar

Dass die Gemeinde Wasser sowohl aus dem Tiefbrunnen als auch von der FWO bezieht, bringe im Mix außerdem eine weitere Problematik mit sich, auf die Fuchs einging: Aufgrund der unterschiedlichen Beschaffenheit der Wasser könnten diese nicht uneingeschränkt vermischt werden.

Fuchs erläuterte verschiedene Prozesse, die zu einer Brunnenalterung beziehungsweise zu einem Nachlassen der Brunnenleistung durch die Ablagerung von Reaktionsprodukten führen. Ein wichtiger Begriff unter Fachleuten ist in diesem Zusammenhang die sogenannte "Brunnenverockerung". Nachrüstung im Bereich Belüftung oder der Ersatz des Sandfilters - Maßnahmen wie diese spielten in seinen Ausführungen eine wichtige Rolle. Bei der aktuellen Betriebsweise sei auch eine ausreichende flächendeckende Löschwasserversorgung für den Kernort Ebensfeld nicht mehr gewährleistet.

Zwei Lösungsalternativen

Auf der Basis der gewonnenen Erkenntnisse präsentierte Fuchs schließlich zwei Lösungsalternativen, um Abhilfe zu schaffen und die Wasserversorgung in Ebensfeld wieder auf eine zukunftssichere Basis zu stellen.

Die eine Option beinhaltet die Aufrechterhaltung einer Mischversorgung aus Tiefbrunnen und FWO-Bezug mit verschiedenen technischen Nach- beziehungsweise Umrüstungen, die Vergrößerung des Speichervolumens und die Eirrichtung eines 200-Kubikmeter-Löschwasserbehälters. Diese Variante verursache Kosten zwischen einer Million und 1,5 Millionen Euro.

Eine zweite Lösungsalternative würde die Umstellung auf eine Monoversorgung gänzlich durch die FWO bedeuten. Der freilich auch hier zu sanierende Hochbehälter wurde dann künftig vorwiegend als Löschwasserspeicher dienen. Ferner müsste hier ein sogenanntes intelligentes Leitsystem zur Regelung und Überwachung der Wasserverteilung installiert werden. Bei dieser Alternative beliefen sich die Kosten auf geschätzt 500 000 bis 700 000 Euro. Bei der günstigeren Monoversorgung wäre freilich im Kontakt mit der FWO abzuklären, ob sie diese Versorgung auch leisten könnte.

Nicht zum Nulltarif zu haben

Auch auf die Fördermöglichkeiten ging Fuchs ein. Die Erstellung sogenannter Sanierungskonzepte mit Kostenvergleichsrechnung möglicher Varianten sei auch ohne Erreichen einer Härtefallschwelle und ohne vorherige Prüfung förderfähig, betonte Fuchs und empfahl dies auch.

Dass die Erneuerung der Wasserversorgung für den Markt Ebensfeld und seine Bürger nicht zum Nulltarif zu haben sein wird, ist auch Bürgermeister Bernhard Storath klar, der dies offen ansprach. Nun folgen die nächsten Schritte zur Entscheidungsfindung. mde