Inge Weber war eine der ersten Mitarbeiterinnen, als die Laufer Mühle mit einem damals modernen Konzept als Therapieeinrichtung für chronisch mehrfach beeinträchtige Suchtkranke ihren Betrieb aufnahm. Zu ihrem 30. Betriebsjubiläum gratulierten nun Gesamtleiter Michael Thiem und dessen Stellvertreter Dominik Ullrich.

In seiner Laudatio erinnerte Thiem an die harten Anfangsjahre, in denen ein tragfähiges Vertrauensverhältnis zur Bevölkerung aufgebaut werden musste, "denn manche Bürger waren ja nicht gerade begeistert, dass hier fortan suchtkranke Menschen behandelt werden sollten". Das gelang rückblickend recht gut, "denn mit alkoholfreien Festen und Tagen der offenen Türen luden wir die Bürger zu uns ein, die so unsere Bewohner kennenlernten und dadurch Vorurteile ablegten", berichtet die Jubilarin. Im Hauptberuf ist Weber Krankenschwester und zeichnet verantwortlich für den gesamten medizinisch-pflegerischen Bereich der Facheinrichtung. Viele Hundert Menschen hat sie in den vergangenen drei Jahrzehnten in ein selbstbestimmtes Leben begleiten dürfen. "Menschen beim Überwinden von Lebenskrisen unterstützen zu dürfen, hat mir über all die Jahre große Freude bereitet", so Weber beim Festtag, der coronabedingt im kleinen Rahmen ausfiel.

Auf seine 25-jährige Zugehörigkeit zur Laufer Mühle blickt Günter Münch zurück, der Anfang der 90er Jahre seinen Zivildienst ableistete und danach gleich in seine erste Festanstellung wechselte. Berufsbegleitend absolvierte er die Meisterprüfung im Schlosserhandwerk und bildete sich arbeitstherapeutisch über die IHK-Akademie weiter. Mittlerweile koordiniert er als Geschäftsleiter die sozialen Betriebsstätten an sieben Standorten.

Der tägliche Lohn

"Es verschafft mir tägliche große Zufriedenheit, Fertig- und Fähigkeiten bei den Menschen, die uns anvertraut sind, weiterzuentwickeln, damit sie später wieder eigene Berufs- und Lebensziele verfolgen können", verriet Münch. "Mit Inge Weber und Günter Münch ehren wir heute zwei langjährige Mitstreiter, deren Herzenswärme vielen Betreuten wieder Hoffnung und Mut gemacht hat", sagte Michael Thiem. red