"Die Gruppe wird zur Kraftquelle für trauernde Menschen. Dort ist ausreichend Zeit und Raum für all ihre Emotionen. Nur so kann ein echter Neuanfang gelingen." So fassen engagierte Trauerbegleiter im Rückblick ihre Arbeit zusammen. Sie haben in den letzten 25 Jahren Menschen begleitet, die einen geliebten Menschen ver-loren haben.

Anlässlich des Internationalen Tag des Ehrenamtes ehrte der Katholische Deutsche Frauenbund Landesverband Bayern (KDFB) in Kooperation mit der Hospiz-Akademie Bamberg mehr als 20 Frauen und einen Mann, die seit vielen Jahren Trauergruppen leiten. Zu den Geehrten aus Bamberg zählen Elisabeth Henninger-Ouhib, Regina Hetzel und Anna Schubert.

Der KDFB erkannte schon 1994, dass sehr viele Frauen das Thema "Wie geht's jetzt weiter?" beschäftigte. Der Grund dafür war meist ein Trauerfall. So wurde der Frauenbund zum Vorreiter beim Thema Trauerbegleitung in Bayern. "Der Frauenbund war der Erste, der ein Angebot für Ehrenamtliche mit dem Ziel entwickelte, Trauernden Ort und Zeit für die Verarbeitung ihres Verlustes zu geben", so Emilia Müller, die Vorsitzende des KDFB in Bayern.

Das Programm des KDFB war wegweisend, vor 15 Jahren folgte die Hospiz-Akademie Bamberg. "Die Kooperation des KDFB mit der Hospiz-Akademie Bamberg ist eine Erfolgsgeschichte. Der Kurs befähigt seit Jahren viele Menschen in der Begleitung Trauernder. Dabei geht es neben wichtigen inhaltlichen Impulsen unter anderem zum Prozess des Trauerns oder zur Leitung einer Trauergruppe auch um den Blick auf die eigene Trauer und darum, der unverwechselbar einzigartigen und individuellen Trauer von Menschen zu begegnen - mit Respekt und auf Augenhöhe", erläutert der Leiter der Hospiz-Akademie, Markus Starklauf, die Schulungsinhalte.

Die Teilnehmer waren großenteils selbst Betroffene. Sie wollten aus der Erfahrung, mit dem Thema alleine zu sein, nun für andere Trauernde ein Angebot zur gegenseitigen Unterstüt-zung und zum Austausch machen. Etwa 700 Trauerbegleiter wurden in den letzten 25 Jahren auf ihre anspruchsvolle Aufgabe mit trauernden Menschen vorbereitet. Tausende haben in den Gruppen Stärkung erhalten. "Ohne sie wären viele Menschen in Bayern in den schwersten Stunden nach dem Verlust einer nahestehenden Person auf sich allein gestellt." umm