Mit Richard Gebhardt ist am Montag ein hoch angesehener Bürger der Stadt Forchheim verstorben. Er ist in seinem Elternhaus an der Hauptstraße im Alter von 86 Jahren sanft entschlafen. Obwohl gesundheitlich beeinträchtigt, hatte er noch geplant, am Sonntag zusammen mit seiner Frau Irmgard ein Abo-Konzert der Bamberger Symphoniker zu besuchen. Das kennzeichnet seine große Leidenschaft für die Musik, die ihn zeitlebens begleitete.
Richard Gebhardt verkörperte mit seiner Freundlichkeit, seiner Anteilnahme am öffentlichen Geschehen und seinem Engagement in verschiedenen Vereinen ein Stück "Alt-Forchheim".
Sein Berufsleben begann im Lederhandel, den sein Vater Josef betrieb, und damit verbunden war auch der Vertrieb von Erzeugnissen der Edel-Brennerei Hertlein in Streitberg. Mit Anfang 40 wollte sich Richard Gebhardt neu orientieren und wechselte als Kassier in die damalige Bayerische Vereinsbank in die Niederlassung Forchheim.
Er und seine Frau verwendeten viel Liebe darauf, einen Altar zur Fronleichnamsprozession zu schmücken. Eine Familientradition, die schon hundert Jahre währt und die auch Sohn Helmut fortsetzen möchte.
Über sechs Jahrzehnte sang er im Klosterchor St. Anton. Über Jahrzehnte war er eine tragende Säule im Chor und im Vorstand des Liedervereins. Prunksitzungen und Faschingsbälle in den 60er und 70er Jahren trugen seine Handschrift. Einmal war er auch Faschingsprinz. Bis zuletzt grüßte er mit der Liedervereins-Narrenkappe aus dem Fenster, wenn der Forchheimer Faschingszug durch die Hauptstraße zog.
"Treu Kolping" war ihm ein Herzensanliegen und Richard Gebhardt wurde zuletzt für 70 Jahre Mitgliedschaft geehrt. Außerdem war er Ehrenmitglied beim Sportverein Jahn Forchheim, bei der CSU Forchheim und beim Stammtisch "Susi Pohl".
Der Trauergottesdienst findet heute um 9 Uhr in der Stadtpfarrkirche St. Martin statt, daran schließt sich um 11 Uhr die Beerdigung auf dem alten Forchheimer Friedhof an.