Die Tourismus-Region Coburg-Rennsteig verzeichnete im vergangenen Jahr 450 000 Übernachtungen von Gästen aus dem In- und Ausland.

Das teilt jetzt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mit und beruft sich dabei auf Angaben des Statistischen Bundesamtes, das die Beherbergungszahlen der deutschen Reisegebiete ausgewertet hat. NGG-Geschäftsführer Michael Grundl spricht von einer "starken Bilanz - die jedoch nur mit dem starken Engagement der Beschäftigten überhaupt möglich ist". Allein in Coburg beschäftigt das Gastgewerbe nach Angaben der Arbeitsagentur rund 1200 Menschen.

Steigende Umsätze

"Allerdings fehlen hier zunehmend Fachkräfte - auch, weil die Branche ein waschechtes Image-Problem hat", ist Grundl überzeugt. Ein Hauptgrund aus Sicht der Gewerkschaft: immer extremere Arbeitszeiten. Zwar gehöre das Arbeiten am Abend oder am Sonntag für Hotelfachleute und Kellner fest zum Job.

"Aber in den vergangenen Jahren sind die Schichten deutlich länger und die Erholungszeiten kürzer geworden", meint der Geschäftsführer der NGG-Region Oberfranken. "Die guten Übernachtungszahlen und steigende Umsätze zeigen, wie groß der Einsatz der Beschäftigten in der Gastronomie und Hotellerie ist", sagt Grundl. In Coburg arbeiteten gerade gelernte Fachkräfte "längst am Limit".

Nachwuchs-Nöte

Schon jetzt falle es der Branche schwer genug, Schulabgänger für eine Ausbildung zu gewinnen.

Die Gewerkschaft nennt in ihrer Pressemitteilung auch mögliche Lösungen für die Probleme von Hotellerie und Gastronomie: Statt längere Arbeitszeiten zu fordern, sollten Hoteliers und Gastronomen die Branche attraktiver machen.

"Das fängt bei einer guten Ausbildungsqualität an und reicht bis zur Bezahlung nach Tarifvertrag", meint Michael Grundl. red