Der Steigerwald verzeichnete im vergangenen Jahr 2,04 Millionen Übernachtungen von Gästen aus dem In- und Ausland. Das sind 4,7 Prozent mehr als im Vorjahr - und 28 Prozent mehr als noch vor zehn Jahren. Auch die Fränkische Schweiz ist im Aufwind: Die Region kam 2018 auf mehr als eine Million Übernachtungen - 1,8 Prozent mehr als im Vorjahr und 21 Prozent mehr als vor zehn Jahren. Das teilt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mit. Die NGG Oberfranken beruft sich dabei auf Angaben des Statistischen Bundesamtes, das die Beherbergungszahlen der deutschen Reisegebiete ausgewertet hat.

Gewerkschafter Michael Grundl spricht in der Mitteilung von einer "starken Bilanz - die jedoch nur mit dem starken Engagement der Beschäftigten überhaupt möglich ist". Allein in Bamberg beschäftige das Gastgewerbe nach Angaben der Arbeitsagentur rund 3400 Menschen. "Allerdings fehlen hier zunehmend Fachkräfte - auch, weil die Branche ein waschechtes Image-Problem hat", ist Grundl überzeugt.

Extreme Arbeitszeiten

Ein Hauptgrund nach Meinung der Gewerkschaft: immer extremere Arbeitszeiten. Zwar gehöre das Arbeiten am Abend oder am Sonntag für Hotelfachleute und Kellner fest zum Job. "Aber in den vergangenen Jahren sind die Schichten deutlich länger und die Erholungszeiten kürzer geworden. Das macht nicht jeder ewig mit", so der Geschäftsführer der NGG-Region Oberfranken. Grundl kritisiert insbesondere die Forderungen von Unternehmern, das Arbeitszeitgesetz zu lockern. "Geht es nach dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband, dann sollen 13-Stunden-Arbeitstage bald zum Normalfall werden. Aber hier steht die Gesundheit der Beschäftigten auf dem Spiel. Nicht umsonst gibt es gesetzliche Grenzen", so Grundl. Das Arbeitszeitgesetz schreibe eine Regelarbeitszeit von acht Stunden täglich vor. In Ausnahmefällen könne sie auf zehn Stunden ausgedehnt werden.

"Die guten Übernachtungszahlen und steigende Umsätze zeigen, wie groß der Einsatz der Beschäftigten in der Gastronomie und Hotellerie ist", sagt Grundl. red