vera Schiller Forchheim —  Der ADAC Nordbayern informierte an der Grundschule Buckenhofen-Burk über seine Verkehrssicherheitsaktion "Toter Winkel - Todes-Winkel". Drei vierte Klassen hatten während der interaktiven Veranstaltung Gelegenheit, alles über die mit dem "Toten Winkel" verbundenen Gefahrensituationen im Straßenverkehr zu erfahren.

Das Aufeinandertreffen mit einem LKW oder Bus zählt zu den gefährlichsten Situationen im Straßenverkehr. Jährlich sterben viele Radfahrer oder Fußgänger bei schwerwiegenden Unfällen mit rechts abbiegenden Fahrzeugen. Die Ursache, von der häufig Kinder als die schwächsten Verkehrsteilnehmer besonders häufig betroffen sind, ist der "Tote Winkel".

Kinder für Gefahr sensibilisieren

Um Kinder für diese Gefahr zu sensibilisieren, veranstaltet der ADAC Nordbayern sein Verkehrssicherheitsprogramm. Hierbei soll Kindern anhand eines Busses oder LKW anschaulich gezeigt werden, was der "Tote Winkel" ist, wo er sich befindet und wie die Schüler im Straßenverkehr damit umzugehen haben. Nachdem im Jahr 2019 in Nordbayern 313 Klassen mit mehr als 6300 Schülern an der Aktion teilgenommen hatten, versucht der ADAC nun auch unter Corona-Bedingungen, die Veranstaltung durchzuführen.

Elisabeth Bunzel, Moderatorin der Aktion, stattete daher drei Klassen der Grundschule Buckenhofen-Burk einen Besuch ab. In jeweils 60-minütigen Durchgängen versammelten sich die Schüler mit ihren Lehrerinnen vor der Schule, wo sie bereits ein Schulbus als Demonstrationsobjekt erwartete. Zu Beginn der Aktion stand zunächst die Frage im Raum, was der "Tote Winkel" überhaupt sei. Schnell einigten sich die Schüler der Klasse 4b darauf, dass es sich um einen Bereich handle, in dem der Fahrer eines Fahrzeugs andere Verkehrsteilnehmer nicht sehen könne. Für Überraschung sorgte dann jedoch, dass es nicht nur für einen Bus, sondern auch für jeden anderen Verkehrsteilnehmer, sogar für Fußgänger einen Bereich gibt, der normalerweise nicht eingesehen werden kann.

Nach der Erkenntnis, dass Spiegel oder an Fahrzeugen angebrachte Kameras das Sichtfeld erweitern können, begaben sich die Viertklässler auf die Suche nach sämtlichen Spiegeln am Bus. Sogleich sprach Bunzel jedoch eine Warnung aus: " Auch wenn es an einem Fahrzeug Spiegel gibt, solltet ihr nie davon ausgehen, dass ihr schon gesehen werdet." Stattdessen sei es wichtig, dass die Kinder von ihrem Standpunkt aus Blickkontakt mit dem Fahrer des Fahrzeugs halten können. Nur wenn dies möglich ist und sie nicht im "Toten Winkel" stehen, können sie sicher sein, dass der Fahrer sie auch wahrnimmt. Sollte eine Situation nicht so eindeutig sein, wurde den Schülern geraten, gegebenenfalls auf ihr Vorfahrtsrecht zu verzichten, um einen schlimmeren Unfall zu verhindern.

Wo ist der Tote Winkel?

Um zu verdeutlichen, wo genau sich der "Tote Winkel" befindet, setzte sich die Lehrerin der Klasse 4b, Nicole Peddemors, auf den Fahrersitz des bereitstehenden Busses. Die Kinder positionierten sich um den Bus herum. Konnte die Lehrerin sie von ihrem Platz aus sehen, winkte sie den Schülern zu. So erschlossen sich die Kinder nach und nach all jene Bereiche um den Bus, die zum "Toten Winkel" zählen. Nachdem die Schüler den "Toten Winkel" rechts vom Bus mit zwei Springseilen markierten, stellten sie fest, dass der Bereich bei einem Bus oder einem LKW erstaunlich groß ist. Die ganze Klasse konnte sich so im "Toten Winkel" befinden, ohne dass die Lehrerin vom Fahrersitz aus auch nur einen Schüler sehen konnte.

Zum Abschluss der Demonstration durfte sich jedes Kind noch einmal selbst auf den Fahrersitz des Busses setzen, um sich von der Existenz des "Toten Winkels" zu überzeugen. Zum Ende der Veranstaltung waren sich die Viertklässler einig: Wer sich in den herausgearbeiteten Bereichen befindet, wird schlecht oder gar nicht gesehen. Mit neuen Arbeitsheften konnten die Schüler das Erlernte nach der Demonstration vertiefen.