Die Sportfreunde Steinbach bekommen schon wieder einige zusätzliche "Feiertage". Besser gesagt, sie haben sich diese in den letzten Monaten und 25 Saisonspielen redlich verdient. Nur zwei Jahre nach dem Triumph in der A-Klasse 5 dürfen sie erneut kräftig feiern. Spielertrainer Stefan Seufert und Co. holten ausgerechnet beim SC Trossenfurt-Tretzendorf mit einem überzeugenden 3:0-Sieg die drei noch fehlenden Punkte. Dort, wo sie bereits 2004 die letzte Meisterschaft in der Kreisklasse 3 perfekt gemacht hatten.


Die Mannschaft bleibt zusammen

Und schon jetzt sind sich Fußballexperten sicher: Die Steinbacher werden auch in der Kreisliga, in der sie nach zehnjähriger Abstinenz nun zurückkehren, eine gute Rolle einnehmen. Warum? Weil es, Stand heute, so ausschaut, dass sich die Mannschaft nicht wesentlich verändert. "Am wichtigsten ist uns, dass wir alle Spieler zusammenhalten können, das ist schon mal eine sehr gute Voraussetzung", freut sich deshalb auch Martin Tully sehr über die zweite Meisterschaft nach 2015. "Natürlich", fügt der Sportvorstand hinzu, "sind wir aber auch in Gesprächen mit neuen Spielern, von denen zwei bereits zugesagt haben und uns ganz sicher auch verstärken." Namen will er aber noch nicht verraten.
Ganz nach dem Motto "aufgeschoben ist nicht aufgehoben" spielte die knappe und zunächst schmerzhafte 2:4-Elfmeterniederlage im Relegationsspiel vor einem Jahr gegen den FV Niederwerrn/Oberwerrn in Steinsfeld für den damaligen Tabellenzweiten der Kreisklasse 3 schon ein paar Tage später offenbar keine Rolle mehr. Da der seit seinem Amtsantritt vor drei Jahren überragende Spielertrainer Stefan Seufert, ehemals Regionalligaspieler, zu Saisonbeginn die ohnehin sehr gut aufgestellte Mannschaft mit seinem einstigen Sander Bayernligakollegen Marco Mahler (auch Co-Trainer) oder dem Westheimer Patrick Mohren weiter aufwertete, war jedem Fußballexperten klar: Die Sportfreunde stehen am Ende der Saison wieder ganz vorne. "Wir haben natürlich gehofft, nach der Vizemeisterschaft und dem verpassten Aufstieg nicht nur konstant guten und attraktiven Fußball zu spielen, sondern den Vorjahreserfolg zumindest zu wiederholen", macht Tully keinen Hehl aus dem von Anfang an verfolgten Ziel Aufstieg. "Wir haben immer an unsere Stärke geglaubt, selbst als der Saisonauftakt gegen DJK Oberschwappach erst mal in die Hose ging."
Einen großen Anteil am Erfolg habe sicher auch "unser hervorragend gepflegtes Sportgelände. Es macht den Spielern und Trainern riesigen Spaß, auf solch tollen Rasenplätzen zu spielen", bedankt sich der 51-Jährige deshalb "bei allen, die dafür sorgen, dass dies möglich ist". Ebenso bei allen sonstigen Helfern und Unterstützern. "Die Meisterschaft in der Kreisklasse und somit der Aufstieg in die Kreisliga ist letztlich ein Verdienst von allen im Verein."


Nur wenige Ausfälle

In erster Linie sei der sportliche Erfolg jedoch mit "sehr harter und konzentrierter Arbeit" der Mannschaft verbunden. Entscheidend für Martin Tully war, "dass wir von gravierenden Verletzungen oder sonstigen Spielerausfällen weitgehend verschont geblieben sind." Zudem hätten alle sehr gut mitgezogen, sodass das erfahrene Trainerduo Seufert und Mahler "bei guter Beteiligung bei den Übungseinheiten sowohl taktisch als auch spielerisch den Jungs viel vermitteln konnte, was diese wiederum auf die Spiele übertragen haben".
Die blanken Zahlen unterstreichen dies eindrucksvoll: Bislang 25 Spiele, 19 Siege, drei Unentschieden und nur drei Niederlagen bei einem Torverhältnis von 95:27. Mit Stefan Seufert (30 Treffer) und Christopher Imhof (22) stehen zudem die beiden erfolgreichsten Angreifer der Liga im heimstärksten sowie fairsten Team der gesamten Liga. Und der Aufsteiger könnte zum dritten Mal in Folge die 100-Tore-Marke knacken, sollte er im Abschlussspiel gegen die DJK Dampfach II mindestens fünf weitere Male "ins Schwarze" treffen.
Vorrangiges Ziel für 2017/2018 ist es nun, erst einmal die Lockerheit und Spielfreude auch in der Kreisliga aufs Feld zu bringen, sind sich Stefan Seufert, Marco Mahler, Martin Tully, sein Sohn und Sportfreunde-Kapitän Lars sowie Spielleiter Hubert Hückmann einig. Dann stelle sich ihrer Meinung nach der Rest von alleine ein. Weiterhin sei es für den kleinen Verein auch eine Herausforderung, eine Reservemannschaft in der neuen Konstellation zu stellen, "um die Breite des Kaders zu erhalten."
Mit Sicherheit freuen sich die Spieler nicht nur auf die Rückkehr in die Kreisliga, sondern speziell auf viele Derbys - unter anderem mit dem "großen" Nachbarn aus Ebelsbach. Immerhin haben die "kleinen" Steinbacher noch eine Rechnung offen, da der SV Rapid Ebelsbach im Vorjahr das Meisterrennen ausgerechnet mit einem 2:1-Sieg bei den Sportfreunden für sich entschied. Außerdem erinnern sich noch viele Fußballfans an das packende 5:5-Hinspielderby. Wenn das nicht Appetit auf mehr macht ...