Als der SC Haßlach bei Teuschnitz vor 70 Jahren ins Leben gerufen wurde, geschah dies von 35 fußballbegeisterten Idealisten. Fünf Jahrzehnte stand danach das runde Leder im Mittelpunkt des sportlichen Geschehens. Allerdings nahm 1997 letztmals eine Mannschaft am offiziellen Spielbetrieb teil. So ist inzwischen, dies aber schon seit 41 Jahren, die Tischtennisabteilung das Aushängeschild des Vereins, der trotz vieler Rückschläge nun sein 70-jähriges Bestehen feiern konnte. Eine besondere Freude war es für die derzeit 113 Mitglieder zählende Vereinigung, dass bei den Ehrungen im Rahmen des Festabends mit dem 87-jährigen Fridolin Förtsch und dem 86-jährigen Josef Schnappauf zwei Gründungsmitglieder ausgezeichnet werden konnten.
Bei der Feierstunde hieß Vorsitzender Karlheinz Matthes neben zahlreichen Ehrengästen und örtlichen Vereinen besonders auch eine Abordnung vom benachbarten ATSV Reichenbach herzlich willkommen. Da nicht nur diese Feier im Schützenhaus, sondern auch der aktuelle Tischtennisspielbetrieb in diesem Domizil schon seit knapp 20 Jahren über die Bühne geht, hatte der Vorsitzende allen Grund, sich hierfür beim örtlichen Schützenverein für das überaus gute Miteinander zu bedanken.


Vereinsgeschichte

Einen umfangreichen Einblick in die Vereinsgeschichte gab Tischtennis-Abteilungsleiter Andreas Strangia. So habe das große Interesse am Fußballsport zur Vereinsgründung im April 1947 geführt. Der erste sportliche Erfolg sei bereits drei Jahre später mit dem Aufstieg in die damalige B-Klasse gefeiert worden. 1958 sei sogar der Aufstieg in die A-Klasse gelungen, was zu den Höhepunkten des Vereinsgeschehens zähle. "Die Begeisterung der Hasslacher war so groß, dass es bei den Heimspielen Rekordzuschauerzahlen gab und zu den Auswärtsbegegnungen zur Beförderung der Fans sogar Busse eingesetzt werden mussten", so der Redner. 1987 sei die Situation aufgrund Spielermangels immer prekärer geworden, sodass letztlich sogar vor 20 Jahren der Fußballspielbetrieb eingestellt werden musste.
"Umso erfreulicher entwickelte sich die 1976 gegründete Tischtennisabteilung", stellte Andreas Strangia erfreut fest. Kontinuierlich sei die Zahl der Aktiven und Mannschaften angewachsen. 1998 sei mit zehn am Spielbetrieb teilnehmenden Teams ein Höhepunkt verzeichnet worden. Dabei habe die langjährige Aufbauarbeit, vor allem im Jugendbereich, ihre Früchte getragen. Aktuell spielen die Mädchen sogar in der Oberfrankenliga. Gleich beide Damenteams seien in der vergangenen Saison in der 3. Bezirksliga vertreten gewesen. Die 1. Herrenmannschaft sei derzeit in der 2. Kreisliga angesiedelt. Eine "Zweite" der Herren tritt in der 4. Kreisliga an. Derzeit seien 31 Tischtennisakteure in fünf Mannschaften spielberechtigt.
Neben Fußball und Tischtennis gab es beim SC Haßlach auch rund 30 Jahre lang eine Gymnastikgruppe sowie eine eifrige Laienspielschar. Allerdings bestünden auch diese beiden Abteilungen derzeit nicht. Andreas Strangia resümierte: "Es gab in den vergangenen 70 Jahren Höhen und Tiefen, Erfolge und Rückschläge. Trotzdem gibt es noch Idealisten und Gönner, die sich zum Wohl des SC Haßlach persönlich einsetzen und unterstützen." Hierbei hob er vor allem die Verdienste des seit 1999 neu gewählten Vorsitzenden Karlheinz Mattes hervor.
Den Reigen der Gratulanten eröffnete der stellvertretende Landrat Bernd Steger. Er verwies darauf, dass in der heutigen Zeit der Verein ein wichtiger Garant für die Dorfgemeinschaft in Haßlach sei. Bürgermeisterin Gaby Weber hoffte, dass nach einer wechselvollen Vereinsgeschichte die Motivation der Verantwortlichen Bestand haben möge. Der Vertreter des Bayerischen Landessportverbandes (BLSV), Sportabzeichenreferent Harald Kaiser, richtete den Appell an die Mitglieder, dem Verein die Treue zu halten und zu unterstützen. Hans Franz