Die Fachklinik Haus Immanuel im Thurnauer Ortsteil Hutschdorf plant, ihre suchtkranken Patientinnen und deren Kinder zukünftig auch tiergestützt zu therapieren. Hierfür sollen Ponys und Alpakas zum Einsatz kommen, die speziell für ihre Aufgabe in der Rehabilitationseinrichtung sowie im neuen, im Bau befindlichen Mutter-Kind-Zentrum ausgebildet werden.

Alpakas eignen sich besonders gut für tiergestützte Aktivitäten: Ihr Kopf ist in etwa auf Augenhöhe von Menschen. So ist es ihnen möglich, Menschen direkt in die Augen zu sehen und dabei nicht als bedrohlich zu wirken. Mit ihrem aufgeschlossenen und zurückhaltend neugierigen Verhalten erwecken sie den Eindruck, dass sie den Menschen gerne begleiten, ohne ihn dominieren zu wollen.

Für mehr Selbstbewusstsein

"Mit der Möglichkeit einer Therapie durch Tiere wollen wir die individuelle Entwicklung der Kinder fördern und zu einer Verbesserung des Mutter-Kind-Verhältnisses beitragen", erklärt Gotthard Lehner, der die Klinik für suchtkranke Frauen leitet. "Dabei sollen unter anderem die Sinneswahrnehmung geschärft sowie das Selbstbewusstsein der kleinen und großen Patienten gestärkt werden."

Die Kinder lernten, soziale Verantwortung zu übernehmen, indem sie sich um "ihr" Tier kümmern, so Lehner. Tiere machten es Kindern oft leichter, in eine Therapie einzusteigen, sie könnten zudem helfen, eine mögliche Einsamkeit zu überwinden.

Neben der internen fachlichen Wirkung soll die tiergestützte Aktivität auch den externen Effekt der Inklusion am Standort der Klinik in Hutschdorf bringen, da durch die Anschaffung von Tieren immer wieder ein Begegnungsraum mit anderen Kindern im Ort geschaffen wird.

Die Alpakas und Ponys werden ihre neue Heimat auf einer Wiese direkt neben der Fachklinik Haus Immanuel bekommen. Die Baugenehmigung dafür wurde bereits erteilt. "Hier bauen wir ein artgerechtes Freilaufgehege sowie eine entsprechende Stallung", verdeutlicht Gotthard Lehner.

Das Angebot der tiergestützten Therapie kostet die Fachklinik insgesamt knapp 150 000 Euro. Viel Geld, für das es keine Unterstützung von Seiten der Leistungsträger gibt. Von daher freut man sich in Hutschdorf sehr über finanzielle Zuwendungen. Wer die Klinik im Bereich der tiergestützten Therapie unterstützen möchte, kann sich auf der Webseite unter www.hausimmanuel.de über unterschiedliche Spendenmöglichkeiten informieren.

Als besonderes Dankeschön erhalten Unterstützer, die über 200 Euro spenden, eine geführte "Alpakatour" rund um Hutschdorf - freilich erst nach Fertigstellung des Geheges im Spätsommer 2021. red