Wenn es um die Helden geht, die in der Krise die medizinische Versorgung aufrecht erhalten, werden Tierärzte häufig vergessen. Doch Menschen wie Hubert Schmittnägel, sind weiter zur Stelle, wenn Tiere ihre Hilfe brauchen.

"Leider sind wir häufig die Ärzte, die auf der Prioritätenleiter ganz unten stehen", schildert der 68-Jährige. Dabei rückt er nach wie vor zu Hausbesuchen aus, wenn ein Pferd lahmt oder ein Tier eingeschläfert werden muss und ein Transport in die Praxis nicht zumutbar ist. "Alles andere wäre Tierquälerei."

Trotzdem habe auch er Angst davor, sich mit dem Corona-Virus anzustecken. Bei der Behandlung sei es nicht immer möglich, den Mindestabstand zum Besitzer einzuhalten - etwa, wenn der seinen ängstlichen Hund auf dem Behandlungstisch festhält oder Schmittnägel ein Tier einschläfert. Umso wichtiger ist die Schutzausrüstung. "Aber es ist schwer, Dinge wie Mundschutz zu bekommen. Auch OP-Material ist derzeit kaum lieferbar." Das müsse er aus Österreich oder China bestellen - Wartezeiten inklusive. Um das Risiko einer Ansteckung gering zu halten, achtet Schmittnägels Assistentin Stefanie Welsch darauf, dass nur einzelne Personen mit ihrem Tier den Behandlungsraum betreten.

Übrigens ist es laut dem Tierarzt durchaus möglich, dass sich das Virus vom Besitzer auf den Hund oder die Katze überträgt - umgekehrt konnte eine Infektion nicht nachgewiesen werden."Wenn jemand infiziert ist, sollte er sein Haustier aber nicht abgeben", betont der Tierarzt. Vielmehr sollte er Abstand halten und es nicht küssen. Dass ein Tier am Corona-Virus stirbt, sei äußerst unwahrscheinlich. saha