"Es ist ein immens großes Gebäude mit zahllosen Fenstern; in den Korridoren hängen viele interessante alte Portraits", notierte Queen Victoria bei ihrem ersten Besuch von Schloss Friedenstein in Gotha am 29. August 1845. Damals reiste sie erstmals mit ihrem Gemahl Albert Prinz von Sachsen-Coburg und Gotha dessen Heimat. Nach einigen Tagen Aufenthalt in Coburg und Schloss Rosenau stand der Gothaer Teil des Doppelherzogtums Sachsen-Coburg und Gotha auf dem Besuchsprogramm. In Gotha lebte zu diesem Zeitpunkt noch Alberts (Stief-)Großmutter mütterlicherseits, Herzogin Karoline-Amalie, die Albert besonders ins Herz geschlossen hatte.

Sowohl Albert, Prinz von Sachsen-Coburg und Gotha, als auch Queen Victoria vor wurden 200 Jahren geboren. Das war auch in Gotha eine Feier wert, zu der nicht nur Vertreter des Hauses Sachsen-Coburg und Gotha anreisten, sondern auch der britische Botschafter Sir Sebastian Woods und Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke). Der Empfang fand am Sonntag in Schloss Friedenstein statt.

In seinem Grußwort betonte der Ministerpräsident die Bedeutung der thüringischen Adelslinien für die europäische Geschichte. "Es ist gut, wenn wir uns heute miteinander austauschen und es keine Fremdelei zwischen dem Adel und der Politik gibt. Denn es ist Teil unseres Landes, unserer Gesellschaft", sagte Ramelow und nannte Stichworte wie den Umgang mit Schlössern und Burgen oder den Waldbesitz vieler adeliger Familien.

Das Traumpaar des 19. Jahrhunderts - so bezeichnete der Ministerpräsident Albert und Victoria - führe auch heute noch zusammen. Dabei hob er auch die Anwesenheit des britischen Botschafters Sir Sebastian Woods und des letzten Königs und späteren Ministerpräsidenten von Bulgarien, Simeon Sakscoburggotski, hervor, die wegen des Jubiläums nach Gotha gekommen waren. "Es geht um unseren kulturellen Reichtum, unsere kulturelle Vielfalt und unsere kulturelle Weltoffenheit. Das ist die Botschaft, die uns Victoria und Albert mitgeben", sagte Ramelow. sb