In einem Schreiben an Oberbürgermeister Henry Schramm und zugleich Antrag an den Kulmbacher Stadtrat regt FDP-Stadtrat Thomas Nagel die Einführung einer Markgrafenhochzeit an. Bereits im Sommer 2013 habe er dies in einem Antrag schon angeregt; bei der jüngsten Mitgliederversammlung der Freunde der Plassenburg sei die Idee einer Markgrafenhochzeit erneut aufgegriffen worden.
"In Zeiten der knappen Haushaltslage und der anstehenden Projekte ist es mir bewusst, dass der Stadt Kulmbach derzeit nur begrenzte Haushaltsmittel zur Verfügung stehen, allerdings ist eine Realisierung dieser Markgrafenhochzeit auch nur unter Beteiligung vieler und mit einer entsprechenden Planungsphase in den nächsten Jahren möglich", schreibt Nagel in seinem Antrag. Vorbild könnte die Landshuter Hochzeit sein und sowohl in der Innenstadt als auch auf der Plassenburg alle zwei bis vier Jahre stattfinden mit Einbeziehung der Bier- und Burgenstraße.
Die echte Kulmbacher Markgrafenhochzeit war am 3. Mai 1579. Damals heiratete Markgraf Georg Friedrich Sophie von Braunschweig Lüneburg. Georg Friedrich war der letzte der älteren Linie der fränkischen Hohenzollern und als Markgraf der Markgraftümer Ansbach und Kulmbach, schlesischer Herzog von Jägerndorf und vormundschaftlicher Administrator des Herzogtums Preußen eine mächtige Figur seiner Zeit. Die Figur Markgraf Georg Friedrichs könne die Stadt stärker als bisher nutzen, regt Nagel an.


Touristischer Magnet

Eine Markgrafenhochzeit könne sich zu einem überregionalen touristischen Magneten entwickeln, von dem die Kulmbacher Gastronomie und Hotellerie aber auch die Museen-Landschaft Kulmbachs insgesamt gewinnen.
Im Jahr 1035 wird "kulma" erstmals urkundlich erwähnt, das heißt, die Stadt wird 2035 das 1000-jährige Stadtjubiläum feiern. Die nächsten Jahre könne die Stadt gut nutzen, um diese Markgrafenhochzeit schrittweise aufzubauen, so Thomas Nagel. Eine erste Auftaktveranstaltung könnte 2019, somit zum 440. Hochzeitsjubiläum stattfinden.
Bei den Planungen könnten neben der Stadt Kulmbach auch in einer ersten Gesprächsrunde die Schützenvereine, die Kulmbacher Büttner, die Kulmbacher Brauerei und die Freunde der Plassenburg eingebunden werden.
Eine weitere Anregung aus dem Kreis der Mitglieder der Freunde der Plassenburg sei die Schaffung einer museumspädagogischen Stelle, die besonders für Kinder und Schüler Führungen durch die städtischen Museen organisiert. "Ich wäre Ihnen sehr verbunden, wenn die Verwaltung prüfen könnte, ob eine derartige Stelle von staatlicher Seite gefördert beziehungsweise unterstützt wird", so Nagel in seinem Antrag.


Bessere Beschilderung

Darüber hinaus solle geprüft werden, welche Möglichkeiten es gibt, die Museen zu vernetzen. Dabei gehe es nicht um eine elektronische Variante, sondern zur besseren Erreichbarkeit um eine Beschilderung, die bereits an die gelungene Ausschilderung zur Plassenburg einheitlich anknüpfen kann. Da das Bayerische Bäckerei- und Brauerei Museum sowie das Gewürzmuseum auf dem Mönchshof Areal von überregionaler Bedeutung sind, sollte der Landkreis Kulmbach sich an der Ausschilderung eventuell beteiligen. red