Kreis Lichtenfels — Über 200 Stimmen wurden auf unserem Online-Portal anpfiff.info abgegeben, um den Trainer des Jahres in den Kreisklassen Coburg-Lichtenfels und Kronach zu ermitteln. Geschafft hat es Thomas Finsel, der seinen FC Marktgraitz als Meister wieder in die Kreisliga geführt hat. Nach seinem Sieg mit knapp über einem Viertel der Stimmen gab der Spielertrainer folgendes Interview.

Herr Finsel, herzlichen Glückwunsch zur Wahl zum Trainer des Jahres in den Kreisklassen. Was bedeutet dieser Titel für Sie?
Thomas Finsel: Danke! Auch an diejenigen, die mich gewählt haben. Ein Titel mit großer Bedeutung für mich und auch für meine Mannschaft. Trainer des Jahres wird man ja nicht einfach so, sondern man muss auch einiges dafür tun. Und soviel kann ich nicht falsch gemacht haben. Ich denke, ich und meine Mannschaft haben uns so teuer wie möglich, auch außerhalb des Platzes, verkauft. Die Jungs haben vor allem in der Rückrunde ihre taktischen Vorgaben zu 100 Prozent umgesetzt. Hierfür möchte ich mich nochmal bei allen Beteiligten und vor allem bei meiner Mannschaft bedanken.

Was war Ihr Highlight in der absolvierten Saison und warum?
Das Highlight war die Rückrunde, die wir gespielt haben. Vor allem hat jeder meiner Spieler gewusst um was es geht, nachdem uns nach der Vorrunde schon jeder abgeschrieben hat. Das war natürlich zusätzliche Motivation. Aber das absolute Highlight war das Spiel um die Meisterschaft bei meinem Heimatverein FC Schwürbitz. Ich bin mit sehr vielen Emotionen in dieses Spiel gegangen. Am Ende muss ich sagen, war es eine Genugtuung auf meine Vergangenheit beim FC Schwürbitz. Aber für meine Mannschaft und die Verantwortlichen vom FC Marktgraitz, der jetzt nach 25 Jahren wieder Kreisliga spielt, war es eines der wichtigsten Spiele überhaupt. Vor allem, wenn man dem direkten Konkurrenten auf der Ziellinie den Titel wegschnappt und man selbst nur einmal Tabellenführer ist - und das zum besten Zeitpunkt.

Sie gehen in Ihr sechstes Jahr beim FC Marktgraitz, den Sie kürzlich wieder in die Kreisliga führen konnten. Waren die Jahre vorher ebenfalls so schön, wie das abgeschlossene mit dem Meistertitel?
Das letzte Jahr, dass muss man nicht betonen, war das beste und schönste, welches wir verdient mit dem Titelgewinn krönen konnten. Die anderen Jahre waren auch schön, sonst wäre ich nicht geblieben. Es gab in allen Spielzeiten, seitdem ich beim FC Marktgraitz als Trainer tätig bin, immer Höhen und Tiefen. Das Schöne bei der Sache ist, dass ich als Trainer die Zeit bekommen habe, eine junge, schlagkräftige Mannschaft zu formen. Aber, zum Beispiel die Saison 2013/2014, als wir in der Relegation scheiterten, hat auch bei der Mannschaft Spuren hinterlassen. Der ganze Verein war damit beschäftigt die Truppe wieder aufzubauen, was denke ich ganz gut gelungen ist. Ich glaube, es gibt nicht viele Vereine, in denen die gesamte Vorstandschaft so eng bei der Mannschaft ist, wie beim FC Marktgraitz. Wir haben gemeinsame Ziele, die wir versuchen zu erreichen.

Welche Ziele verfolgen Sie in der kommenden Saison als Aufsteiger im Kreis-Oberhaus? Worauf legen Sie den meisten Wert?
Unser erstes Ziel muss natürlich der Klassenerhalt sein! Dafür werden wir in der Vorbereitung auf die neue Saison und in den Trainingseinheiten während des Spielbetriebs alles tun. In der Kreisliga weht ein etwas anderer Wind. Wir können befreit aufspielen und wir haben nichts zu verlieren. In erster Linie wollen wir die Defensive stärken. Hinten gewinnt man Fußballspiele. Gerade wenn sich eine Mannschaft, die sich vor der Saison höhere Ziele steckt, an uns die Zähne ausbeißt. Trotzdem wollen wir unseren attraktiven Offensivfußball auch in der Kreisliga spielen. Wir müssen uns nicht verstecken.

Welche Schlagzeile würden Sie sich für das kommende Jahr in der Kreisliga wünschen, wenn Sie sich das aussuchen könnten?
Der FC Marktgraitz ist in der Kreisliga mit seinen "jungen Wilden" angekommen und hat nichts mit dem Abstieg zu tun. Das wünsche ich mir für meine Mannschaft und den Verein. Jeder weiß, dass Fußball kein Wunschkonzert ist. Ich bin mir sicher, dass meine Mannschaft aus vielen jungen Spielern, gemischt mit einigen erfahrenen Spielern, das Beste aus der ersten Kreisligasaison seit 25 Jahren herausholen wird!