Ein Dieb treibt in Presseck sein Unwesen und muss sich vor der Polizei verstecken, ungeschickterweise in einem Wunschbrunnen, durch den man direkt in der Märchenwelt landet. Diese Rahmenhandlung nach einer Vorlage, gespickt mit chorischen Originalzitaten bekannter Märchen, erarbeiteten die Schülerinnen und Schüler der Theaterklasse 5 des Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasiums mit ihrer Produktion "Es war keinmal..." unter der Leitung von Bianka Zeitler.
In einer eindrucksvollen Premiere an der Kultursommernacht des Gymnasiums und bei einer zweiten Aufführung in der historischen Aula der Schule zeigten sie parallel auf zwei Bühnen spielend das chaotische Leben zwischen Aschenputtel, Märchenchef und Hexenhaus.
Und so kam es, wie es kommen musste: Aufregung bricht aus, die Schätze der Märchenwelt werden gestohlen, Aschenputtel (Pia Hanf) hat durch ein Missgeschick einen dicken Fuß und ihr Prinz (Anne Schaper) will sie nicht mehr heiraten. Zora und Peter (Gina Bacigalupo und Dominik Ziebis), zwei waschechte "Pressecker", die Touristen an der Nase herumführen, steigen per Videoprojektion auch in den Wunschbrunnen - ursprünglich nur, um das Geld herauszuholen - und müssen notgedrungen Hänsel und Gretel ersetzen. Doch die Hexe, dargestellt von Lia-Marie Seiffert, hat ganz andere Sorgen: die Männerwelt. Niemand möchte sie heiraten. Aber als Aschenputtel krankheitsbedingt nicht an der Trauung teilnehmen kann, sieht sie ihre Chance, sich den Prinzen von Aschenputtel zu schnappen...
Während der Märchenchef (Maximilian Zeitler) die drei Damen der Märchenwelt - Aschenputtel, Froschkönigprinzessin (Lena Tietze) und die Prinzessin auf der Erbse (Amelie Hirschmann) - trösten muss, legen Zora und Peter eine Spur aus Goldtalern zum Brunnen, um dem Dieb aufzulauern. Und die Falle schlägt zu. Sichtlich erleichtert freuen sich die Bewohner der Märchenwelt über ihre gestohlenen Schätze, und der Dieb erhält seine gerechte Strafe: Er muss die Hexe heiraten.
Das Publikum zeigte sich begeistert von der hohen Professionalität, der großen Spielfreude und dem temporeichen Spiel der jungen Schauspieler und staunte nicht schlecht über die großen Textpassagen, die viele der Schüler auf der Bühne zu bewältigen hatten. Jonas Gleich