Bauen kostet Geld, und derzeit sind Baukosten nur schwer kalkulierbar. Das wissen auch die Fachleute vom Bau unter den Stadtratsmitgliedern. Trotzdem oder deshalb äußerten sie Zweifel an dem, was Gerhard Knoch, Leiter des Tiefbaus beim CEB, in Bezug auf eine Baustelle in Creidlitz sagt.

Dort ist auf Höhe der früheren Weinhandlung Müller ein 20 Meter langes Mauerstück in Schieflage geraten. Dass die Stadt hier zuständig ist, steht außer Frage. Momentan ist die Mauer provisorisch durch Splitt-Anschüttungen gesichert. Aber um sie wiederherzustellen, müsse sie abgetragen, die Drainage dahinter erneuert und alles wieder aufgebaut werden, sagte Knoch.

Das Geld dafür hat er nicht mehr im Budget. Deshalb sollte der Stadtrat 300 000 Euro bewilligen, um alle Eventualitäten abzudecken. Was übrig bleibe, versicherte Knoch, fließe zurück an die Stadtkasse. Doch 300 000 Euro für 20 Meter Mauer - das erschien Florian von Deimling (Grüne) bei weitem zu viel, wie er anhand von Vergleichszahlen vorrechnete, die er aus dem Internet gezogen hatte. Auch Peter Kammerscheid (WPC) nannte die Summe "überzogen"; Gerhard Amend (CSB) schimpfte, dass diese Fragen bei der Vorberatung im Finanzsenat hätten gestellt werden können, und Knoch rechtfertigte sich: Es wisse niemand, was hinter der Mauer liege - möglicherweise Altlasten, und eine Kostenberechnung könne noch gar nicht vorliegen. Am Ende wurde das Geld bei elf Gegenstimmen bewilligt.

Einfacher hatte es da Hochbauamtsleiter Peter Cosack, der die Sanierungspläne für die Rückertschule und die zugehörige Schricker-Villa vorstellte. Auf 7,8 Millionen Euro für die Sanierung des historischen Schulgebäudes veranschlagt, inklusive Einbau eines Aufzugs und einer Raumluftanlage. Für 1,2 Millionen Euro wird die ebenfalls denkmalgeschützte Schricker-Villa in ein Verwaltungsgebäude mit Bibliothek für die Schule umgebaut. Zu diesen insgesamt 9 Millionen Euro kommen noch einmal 2,75 Millionen für die Interimsschule: Während der Bauzeit (2023/24) soll der Schulbetrieb in einen Containerbau auf dem Anger ausgelagert werden. Dass die Kostenschätzungen, die am Anfang eines Projekts stehen, nicht immer gehalten werden können, zeigt die Heiligkreuz-Mittelschule: Dort hat sich die Sanierung von ursprünglich rund sechs Millionen Euro (Zahl aus 2014) auf nunmehr 8,4 Millionen Euro verteuert.