Die Corona-Pandemie stellt in diesem Jahr alle, die das Martinsfest vorbereiten, vor eine schwere Aufgabe, denn vielerorts mussten die Martinsumzüge abgesagt werden.

Das Kindergottesdienstteam in Zeyern hatte sich etwas Besonderes überlegt, um den Kindern trotz der Umstände den Martinsgedanken näherzubringen. In einer Andacht versammelten sich alle unter Einhaltung der Hygieneauflagen um 17 Uhr in der Sankt-Leonhard-Kirche in Zeyern mit ihren leuchtenden Laternen. Schon beim Betreten der Kirche tauchte man in ein Lichtermeer aus Papier- und Dosenlaternen.

Nach einer kurzen Begrüßung und einem Gebet wurde die Martinsgeschichte vorlesen. Dazu lagen vor dem Altar alle Gegenstände rund um die Geschichte, wie das Pferd, das Schwert und der Helm von Sankt Martin sowie sein roter Mantel und später auch ein Kreuz, sinnbildlich für Martins Entscheidung für Gott.

Auf einer Staffelei wurde die Geschichte auf Bildern gezeigt, und die Kinder durften die Geschichte mit Instrumenten musikalisch untermalen. So schlug die Kirchenuhr sechs Mal auf dem Becken oder das Pferd galoppierte mit Kokosnussschalen umher. Gespannt lauschten auch die Kleinsten.

Kaplan Florian Will griff in seiner Predigt noch einmal den Martinsgedanken auf und stellte einen Bezug zur Gegenwart dar - auch heute könne man teilen wie Sankt Martin, indem man zum Beispiel Zeit teile mit einem anderen Kind, das keinen zum Spielen habe.

Am Ende der Andacht erhielt jede Familie eine Papierlaterne, die Kaplan Florian Will zuvor wie alle anderen Laternen gesegnet hatte. Gern durfte man auch noch eine Laterne mitnehmen und verteilen an einen Nachbarn, eine Oma, die nicht kommen konnte oder an andere Menschen, die einem wichtig sind. Die Kinder freuten sich über Martinsweckle, die Beate Kotschenreuther für sie gebacken hatte. Musikalisch wurde die Andacht von Katja Wich an der Gitarre umrahmt.

Für die Seniorengruppe in Zeyern hielten die Kinder noch eine Überraschung bereit: In den letzten Wochen hatten sie mit ihren Eltern Dosenlaternen gebastelt, die sie mit einem netten Gruß vor der Tür eines der Mitglieder der Seniorengruppe abstellten. So konnte auch unter Einhaltung aller Hygieneauflagen das Licht geteilt und den Senioren eine Freude gemacht werden. Bereits während des Jahres haben die Kinder immer wieder etwas für "ihre" Senioren hergestellt - so wurden Bilder gemalt, Ostereier gebastelt, Herzen zum Muttertag verteilt sowie Steine bemalt und vor den Haustüren abgelegt.

Susanne Vogler