Dieses Jahr ist Kuba das Schwerpunktland des Weltgebetstags. Die bevölkerungsreichste Karibikinsel steht im Zentrum, wenn am Freitag, 4. März, rund um den Erdball Weltgebetstag gefeiert wird. Dessen Gottesdienstordnung "Nehmt Kinder auf und ihr nehmt mich auf" haben kubanische Christinnen verschiedener Konfessionen gemeinsam verfasst.
Wie sehen kubanische Frauen ihr Land? Welche Sorgen und Hoffnungen haben sie angesichts der politischen und gesellschaftlichen Umbrüche? Diesen Fragen gingen die Teilnehmerinnen aus den evangelischen und katholischen Dekanatsbezirken Coburg und Südthüringen nach, die im Haus Contakt zusammenkamen, um sich auf das Weltgebetstagsland Kuba und den Gottesdienst einzustimmen. Dabei beschäftigten sich die Teilnehmerinnen sowohl mit den liturgischen Vorschlägen als auch mit gesellschaftlichen und politischen Hintergründen des Gastgeberlandes. Das Vorbereitungsseminar wird jedes Jahr von einem ökumenischen Team ehrenamtlicher Frauen vorbereitet. Die Teilnehmerinnen nehmen vielfältige Anregungen zu Land und Leuten, zu Gottesdienstgestaltung und Bibelarbeiten, zu Liedern und musikalischer Gestaltung mit.
In den nächsten Wochen werden die Ideen in die Gemeinden getragen, wo gemeindeübergreifende ökumenische Frauengruppen die Weltgebetstagsgottesdienste vorbereiten, bis es am Freitag, 4. März, wieder heißt: "Frauen aller Konfessionen laden ein: Informiert beten - betend handeln".
Nach mehreren Unabhängigkeitskriegen wurde Kuba mit der Revolution von 1959 ein sozialistischer Staat, es folgte eine jahrzehntelange Isolierung der Insel - samt von den USA verhängter Wirtschaftsblockade. Anfang der 1990er-Jahre brach die Sowjetunion zusammen, die Kuba durch Waren und Finanzhilfe unterstützt hatte. Der Karibikstaat erlebte eine tiefe wirtschaftliche und soziale Krise. Die Kubaner sind stolz darauf, diese gemeistert zu haben, jedoch wächst seitdem die Ungleichheit, das lange Zeit vorbildliche Bildungs- und Gesundheitssystem ist gefährdet.
Seit der Revolution sind Frauen und Männer rechtlich gleichgestellt, Kuba gilt hier international als Vorbild. Im privaten Alltag jedoch klaffen Ideal und Wirklichkeit oft himmelweit auseinander und es herrschen patriarchale Rollenbilder des Machismo vor. Mit Beginn der US-kubanischen Annäherung Ende 2014 ist das sozialistische Kuba wieder in den Fokus der internationalen Aufmerksamkeit gerückt. Seit jeher fasziniert und polarisiert Kuba, ist Projektionsfläche für Wunsch- oder Feindbilder. red