Laden...
Bamberg

Taucher heben falschen Tresor

An der Kettenbrücke versuchte die Polizei am Donnerstagvormittag, ein Verbrechen vom November 2019 endgültig aufzuklären. Doch statt Klarheit gibt es nun neue Fragezeichen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Einige Passanten verfolgten von der Kettenbrücke aus den Einsatz auf dem Main-Donau-Kanal.  Fotos: Ronald Rinklef
Einige Passanten verfolgten von der Kettenbrücke aus den Einsatz auf dem Main-Donau-Kanal. Fotos: Ronald Rinklef
+1 Bild

Michael Memmel Wenn das mal nicht kurios ist! Die Polizei will ein letztes Puzzle-Teil finden, um die Beweiskette gegen einen geständigen Dieb hieb- und stichfest zu machen - und steht am Ende vor einem neuen Rätsel.

Am Donnerstag sprang eine Tauchergruppe der Bereitschaftspolizei Nürnberg - viel beachtet von Bamberger Passanten - in den Main-Donau-Kanal bei der Kettenbrücke und suchte dort nach einem Tresor. Die gute Nachricht: Die Aktion war erfolgreich. Die schlechte Nachricht: Der Tresor, der aus dem Wasser gezogen wurde, stellte sich nicht als der gesuchte heraus, sondern als ein anderer.

Die Geschichte beginnt mit einem Diebstahl am 30. November des vergangenen Jahres. Damals wurde in der Nacht von Freitag auf Samstag in einen Imbiss in der Luitpoldstraße eingebrochen. Wie es im Bericht der Polizei damals hieß, "schlugen die Täter im rückwärtigen Bereich eine Scheibe ein und verschafften sich so Zugang". In einem Schrank fanden sie einen Möbeltresor, den sie mitgehen ließen. Dieser soll die Einnahmen der letzten zwei Tage in Höhe von rund 5000 Euro enthalten haben.

Vier Stunden im Einsatz

Die Polizei hatte damals erfolgreich nach den Dieben gefahndet und einen Täter verhaftet. Dieser habe, so Polizeisprecherin Silke Gahn, gestanden, den etwa 30 mal 40 Zentimeter großen Tresor geknackt, geplündert und über die Kettenbrücke in den Kanal geworfen zu haben. Diese Aussage wollten die Taucher am Donnerstagvormittag an Ort und Stelle überprüfen. Aber der besagte Tresor ließ sich bei der vierstündigen Aktion nicht finden. "Es kann sein, dass er zu weit abgetrieben ist", sagte Gahn. Stattdessen beförderten die Taucher aus Nürnberg, die von der Wasserschutzpolizei Bamberg unterstützt wurden, einen anderen Tresor an Land, der aber augenscheinlich schon viel länger unter Wasser gelegen hatte - und ebenfalls leer war. Gahn: "Dieser wurde nun an die Kriminalpolizei übergeben, die nun schauen muss, ob der noch irgendwie zuzuordnen ist."

Der Möbeltresor war nicht das einzige, was die Taucher entdeckten. Sie brachten auch mehrere Handys und zwei Kameras mit nach oben, wie Gahn berichtet. Dahinter dürften jedoch keine weiteren Kriminalfälle stecken, sondern schlicht etwas unvorsichtige Touristen.

Verwandte Artikel