Ein kleiner, leicht verschneiter Ort oben auf dem Jura, eine historische Kirche mit Schmuckbildern an den Emporen und ein musikalisches Erlebnis: Das präsentierte der Gesangverein Tannfeld zum Weihnachtskonzert in Trumsdorf. Im gotischen Gotteshaus erlebte man eine gute Stunde innerer Einkehr und Erbauung, etwas Folklore und Gospelfeeling.

Der gastgebende Chor wusste durchgängig zu überzeugen, das gestenreiche Dirigat von Helene Birkle spornte die Interpreten zu Bestleistungen an, die in sehr hörenswerten Liedern mündeten. Sie wussten sakral Erhabenes und Volkstümliches ideal miteinander zu verbinden. Das Wiegenlied "Luleise Gottessohn" gerierte zu einem zart hingehauchten Song mit bravourösen Frauenstimmen. Purer Balsam für die Seele. Die Sängerschar vermag aber auch in frischer Dominanz zu intonieren, variantenreich zu artikulieren, die "Friedenssehnsucht" schöpfte Gesangsvielfalt umfassend aus.

Man hört sie so oft in der Vorweihnachtszeit, die Melodie "Stille Nacht, Heilige Nacht", die Tannfelder jedoch sangen sie nicht in süßlicher Verklärtheit, sondern in konzertanten, ruhig fließenden Bahnen. Was ergreifend schön war und mit beeindruckenden Schlussakkorden verziert. Als dann noch Klaus Linhardt mit der Trompete solistisch begleitend einsetzte, formten sich Chor und Bläser zu einem grandiosen Klangbild.

Vom Gegensatz lebte das Konzert auch: Die Gitarrengruppe Azendorf schmückte es in Moll aus, das Sextett vermittelte Botschaften des Glaubens und der Hoffnung mit Substanz und feiner Nuancierung. Erstaunliche Klangfülle konnte der Männerchor Alladorf vorweisen - trotz kleiner Besetzung von zwölf Sängern. Da war die Hand von Dirigent Klaus Linhardt spürbar. Gelegentlich hätte man aber lautmalerisch ein bisschen mehr aus sich heraus gehen können, vielleicht lag es nur an der fränkischen Bescheidenheit. Ein Sonderlob verdiente sich der Posaunenchor Trumsdorf: Durchwegs Ton in Ton, bläserische Kraft und punktgenauer Rhythmus, saubere Intonierung, ihm hätte man gerne noch länger zugehört.

Insgesamt ein nachhaltiger Abend mit dem Beweis, dass Musik und Gesang auf dem Land immer noch attraktiv sind und Menschen verbinden. Der Erlös des Konzerts ging an das Geschwister-Gummi-Heim in Kulmbach.