Stephan Herbert Fuchs

Weil er beim Betreten keinen Mundschutz getragen hatte, wurde ein 36 Jahre alter Mann aus den Räumen einer Tankstelle in Himmelkron hinausgeworfen. Dort wollte er eigentlich seine Tankrechnung in Höhe von knapp 75 Euro für das Betanken seines Wohnmobils bezahlen. Wegen Unterschlagens von Kraftstoff wurde er nun angeklagt.

Mann gibt Asthma als Grund an

Weil er auch im Gericht während der Verhandlung einen Mundschutz hätte tragen müssen, war der Mann zu der gestern vor dem Amtsgericht anberaumten Verhandlung gar nicht erschienen. Er schickte stattdessen seinen Verteidiger Richard Freitag aus Saalfeld vor. Sein Mandant könne aus gesundheitlichen Gründen keine Maske tragen, erklärte der Anwalt. Sein Mandant leide an Asthma.

Obwohl ursprünglich das persönliche Erscheinen des Mannes angeordnet war, verhandelte Richterin Sieglinde Tettmann trotzdem. Verteidiger Freitag erklärte, dass sein Mandant bei dem Vorfall im September des vergangenen Jahres sehr wohl hätte zahlen wollen und auch schon mit gezogenem Geldbeutel im Verkaufsraum stand, doch es sei ihm nicht gestattet worden. Mittlerweile sei die Tankrechnung ohnehin längst beglichen. Der Angeklagte habe die Angelegenheit damals mit einem Kollegen vor der Tür klären wollen, darauf habe sich ihr Kollege aber nicht eingelassen, berichtete eine Kassiererin der Tankstelle, die als Zeugin geladen war. Offensichtlich wollte der Mann wirklich im Freien seine Rechnung begleichen, während der Kollege davon ausgegangen war, dass es zu einem gewalttätigen Übergriff gekommen wäre. Tatsächlich gab es eine lautstarke Auseinandersetzung. Sie jedenfalls habe die strikte Anweisung, nur Kunden mit Masken einzulassen. Andernfalls müssten die Kunden die Geschäftsräume sofort verlassen. "Außerdem hätte er ja auch bei uns eine Maske kaufen können", so die Zeugin.

Mann wollte offensichtlich zahlen

Tatsächlich ist auf den Bildern der Überwachungskamera zu sehen, wie der Angeklagte ohne Maske im Verkaufsraum steht und seinen Geldbeutel, bereit zum Zahlen, in der Hand hält. Verteidiger Freitag betonte vor Gericht deshalb noch einmal, dass sein Mandant zahlungswillig gewesen sei. Richterin Sieglinde Tettmann ordnete an, dass der Angeklagte nun zwei Wochen Zeit habe, dem Gericht ein entsprechendes ärztliches Attest vorzulegen. Geschieht das, wird die Sache ohne Auflagen eingestellt. Kommt kein Attest, gibt es eine neue Verhandlung, zu der dann auch weitere Beschäftigte der Tankstelle geladen werden sollen.