Der Ballan- und mitnahme und dem Kopfballspiel widmete sich Verbandstrainer Robert Heringlehner bei seinem Auftritt bei der Gemeinschaft der Fußball-Trainer (GFT) Oberfranken im Weismainer Waldstadion. Mit der U17 des FC Coburg hatte er eine willige und motivierte Vorführtruppe zur Verfügung.
Fast zwei Stunden übte der bekannte Verbandstrainer mit den Coburger Jungs und korrigierte immer wieder nach. Dabei nahm er einzelne Spieler auch aus der Gruppenübung heraus und schulte sie im Eins-zu-Eins-Gespräch. Sofort waren die Fortschritte zu sehen.
"Ich habe mich bewusst für eine prinzipiell sehr einfache Trainingseinheit entschieden", erklärte Heringlehner, der vor 16 Jahren zum ersten Mal Gast der GFT Oberfranken war, im Anschluss bei der theoretischen Nachbearbeitung im vollbesetzten Weismainer Sportheim. "Dabei habe ich versucht, den Spaß hochzuhalten, was bei dieser guten und motivierten Gruppe an Fußballern aber nicht allzu schwer war", lobte er die Jungs von Markus Fischer. "Entscheidend ist, dass man regelmäßig back to the roots geht, das heißt, bewusst viele Basics anwendet. Denn die ganze Taktik bringt dann nichts, wenn ich die einfachen Sachen, die Grundlagen, nicht beherrsche! Ein Eishockey-Spieler lernt vor den Details seines Sports ja auch zuerst einmal das Schlittschuhfahren." Insbesondere in einer Zeit, in der die Kinder sich immer weniger bewegen und die Koordination immer mehr zu wünschen übrig lässt.
Der Kopfball ist eine der wichtigsten, aber oft vernachlässigten Techniken im Fußball. Dem widmete sich Heringlehner auf dem Feld bereits mit erstaunlicher Akribie, besserte auch hier immer wieder nach, korrigierte und machte vor. "Wichtig ist, die Spieler auch zu loben, wenn sie in der Ausführung alles richtig gemacht haben, selbst wenn der Ball eben einmal nicht ins Tor geht", gab er den Trainerkollegen mit auf den Weg. Um Automatismen - sowohl beim Passspiel, der Ballan- und -mitnahme, aber auch beim Kopfball zu entwickeln, seien häufige Wiederholungen unerlässlich. Um den Spaß hochzuhalten, ist dabei zum einen aber natürlich eine gewisse Abwechslung unerlässlich, "und es sollte, wenn möglich, ein Torabschluss möglich sein."
Gerade das detaillierte Nachjustieren sei unerlässlich, um Unsauberkeiten auszumerzen. Und darum gehe es schließlich: jeden Spieler im Hinblick auf das Handwerkszeug des Fußballs besser zu machen. Heinz Eger, GFT-Vorsitzender, lobte seinen Referenten und dessen "Genauigkeit und Akribie im Detail - bis zum Nervigen!" Dabei konnte er sich ein Augenzwinkern nicht verkneifen. Heringlehner nahm das Kompliment auf und schwächte ein wenig ab: "Also, ganz so schlimm wie der Pep bin ich aber nicht..." red