von unserem Mitarbeiter Günther Geiling

Haßfurt — Toni Michels ist hoch zufrieden: "Die Schülerverpflegung in der Mensa und im Chillycafe erfährt eine größere Akzeptanz. Ursprünglich sind wir ja von einer Zahl von 160-180 Essen ausgegangen, sind derzeit aber bei täglich 300 ausgereichten Essen angekommen." Das bedeute aber auch: "Wo mehr Personal notwendig ist, entstehen mehr Kosten und bei zusätzlichen Leistungen sind wir überfordert." Der Geschäftsführer der Arbeiterwohlfahrt (Awo) und Organisationsleiter Toni Michels berichtete für die Mitglieder der Verbandsversammlung des Schulzweckverbands Haßfurt über die Mittagsversorgung am Schulzentrum Haßfurt.
Michels erinnerte, dass der Zweckverband im April auf die Awo Ebern zugekommen war, um die Verpflegung der Schüler zu übernehmen; los ging es nach Umbauten am 16. September.
Die erstmals langen Schlangen bei der Essensausgabe bekam man laut Michels in den Griff, eine Wartezeit von jetzt fünf Minuten sei sicherlich zumutbar. Ansonsten müsste man an eine zweite Ausgabelinie denken. Im Chilly-Cafe hat die Awo zwei Linien eingerichtet, und das funktioniert.
Toni Michels bestätigte, dass man enorme Anstrengungen unternehmen musste, um die Organisation in Haßfurt hinzubekommen. "Für uns als Awo war es nicht einfach, die Produktion zu verdoppeln. Wir müssen noch Feinjustierungen vornehmen und werden dies auch mit unseren Köchen besprechen."

Kein Geld da fürs Essen

Überrascht sind die Eberner durch Zahlungsausfälle: 40 bis 50 Essen pro Monat sind nicht gedeckt. "Ich hoffe, dass wir das noch in Griff bekommen."
Reiner Schuster fragte, ob es sich um Wiederholungstäter handle und warum man die nicht sperre. Die Awo oder der Zweckverband dürften nicht an den Kosten hängen bleiben. Toni Michels entgegnete, dass sich die Awo als sozialer Verband versteht - Kinder sollen ein Mittagessen bekommen können. Es gehe zu Lasten der Kinder, wenn die einen aus der Klasse zum Essen gehen und andere könnten es nicht. Michels hoffe, mit dem Landratsamt und dem Jugendamt eine Lösung zu finden. Vielleicht könnte man sich in bestimmten Fällen auch an das Amtsgericht wenden und abklären, ob Hilfen möglich seien. Auf jeden Fall müsste jeder einzelne Fall geprüft werden.
Toni Michels kam noch auf spezielle Essensausgaben zu sprechen. Dabei wird das Menü in Schüsseln auf die Tische gestellt; es laufe rund. Allerdings ist das für die Awo ein hoher Aufwand und laut Michels "eine Mehrleistung, die nicht vereinbart war."
Hachem Farmand fragte ebenso nach wie Landrat Wilhelm Schneider. Toni Michels erläuterte, dass diese Art der Essensausgabe für die fünften Klassen des Gymnasiums sowie für die fünften und sechsten Klassen der Realschule gewünscht war. Die Realschule sei wieder davon abgekommen, aber das Gymnasium wolle dies beibehalten.
Gymnasium-Leiter Max Bauer beschrieb den Hintergrund, dass die Ganztagesklassen anfangs mehr als eine halbe Stunden warten mussten, aber wenig Zeit hatten. Mit der Essenszuteilung am Tisch sei es viel schneller gegangen. Toni Michels gab zu, dass er hinter dieser mehr individuellen Ausgabe stehe, weil dann die Kinder mehr Zeit zum Essen hätten. Schließlich sollten die Schüler das Miteinander-Essen auch als Kulturgut kennenlernen. "Aber für uns als Caterer bedeutet das natürlich auch einen zusätzlichen Aufwand."
Zweckverbands-Geschäftsführer Horst Hofmann schlug vor, dass man über die Kosten des Essens ja im neuen Jahr noch einmal reflektieren könne.