Zum Bericht "Baywa bezieht Stellung" vom 27. Juli: "Wir haben Handlungsbedarf, es geht so nicht mehr weiter", lamentiert die Baywa-Konzernchefin für Öffentlichkeitsarbeit beim Pressegespräch. So hochrangig aufgestellt ist dieser Termin, dass es einen schon wundert und das kleine Forchheim in Ehrfurcht erschauern muss ob der Segnungen, die der weltweit agierende Mischkonzern mit Kernkompetenz Handel und Logistik über uns und die Nebenerwerbslandwirte der Fränkischen Schweiz mit ihren kleinteiligen Vermarktungs-, Waren- und Technikbedürfnissen ausgießen möchte.

Das kuschlige klimaneutrale, ökologisch wertvolle Szenario mit insekten- und bienenfreundlichen Neubauten auf 25 400 Quadratmetern Gesamtfläche entlarvt sich aber sehr schnell selbst - mit einem Blick auf die Baywa-eigene Projektgrafik. Nichts anderes scheint hier nämlich in Planung zu sein als ein weiteres Logistikzentrum für Forchheim mit riesigem Verbrauch lebenswerter Landschaften, Lkw-Verkehr ohne Ende, mit in Relation zum Flächenverbrauch in der sowieso eingeengten Kommune wenig Arbeitsplätzen und verschwindenden Einnahmen (versteuert wird wahrscheinlich am Konzernstandort in München).

Da hilft es auch nichts, wenn der Architekt schnell noch ein kleines grünes Quadrat mit seinem Malprogramm auf eine der vielen Dachlandschaftswüsten "zaubert".

Vollends grotesk wird es aber, wenn der Anschein erweckt wird, dass dieses Projekt mehr Blüte- und Brutflächen biete (den Vogel möchte ich sehen, der auf dem Baywa-Dach brütet) als der bisherige Acker. Auch ein grün angestrichener Umweltskandal bleibt ein Umweltskandal! Rainer Kornalik

Forchheim