Erlangen — Im März dieses Jahres kam auf Initiative des Vereins "Erlangen hilft" der damals knapp zwei Jahre alte Saif zusammen mit seiner Mutter Khuloud aus dem syrischen Damaskus nach Erlangen. Der an einem kombinierten Herzfehler leidende Junge hätte ohne Operation nur noch wenige Monate zu leben gehabt. Acht Monate und zwei Herzoperationen später ist Saif gesund. "Wir freuen uns, dass er jetzt eine normale Entwicklung vor sich hat", erklärte Professor Sven Dittrich, Leiter der Kinderkardiologischen Abteilung des Universitätsklinikums Erlangen, bei einer Nachuntersuchung. "Saif kann jetzt ein Leben führen wie jedes andere Kind in seinem Alter", freute sich auch sein Operateur, Kinderherzchirurg Dr. André Rüffer.
Um die Hilfsaktion finanziell zu ermöglichen, hatten der Verein "Erlangen hilft" und die "Aktion Kinderherz-OP" des Universitätsklinikums Erlangen im Frühjahr einen Spendenaufruf gestartet. "Ein großer Teil der Behandlungskosten konnte durch die Spendengelder gedeckt werden, für den verbleibenden Teil hoffen wir noch auf einige Weihnachtsspenden, damit wir auch künftig herzkranken Kindern aus dem Ausland helfen können", sagte Dittrich.

Eine angeborene Fehlbildung

"Großen Dank" richtete Helmut Schneider vom Verein "Erlangen hilft" "an die zahlreichen Spender, die es ermöglicht haben, einem Kind aus einem Land zu helfen, in dem es keine hoch qualifizierte Herzchirurgie mehr gibt - aber auch an alle, die im Umfeld zum guten Gelingen beigetragen haben."
Saif litt an einer sogenannten Fallot-Tetralogie. Diese angeborene Fehlbildung des Herzens besteht aus vier Komponenten: einer Einengung der Lungenarterien, einer unvollständigen Trennung der beiden Herzkammern (Herzwanddefekt), einer Herzmuskelvergrößerung der rechten Herzkammer und einer Verlagerung der Hauptschlagader. Bei der lebensrettenden ersten Operation in der Kinderherzchirurgischen Abteilung des Universitätsklinikums Erlangen wurde zunächst die ausgeprägte Verengung der Lungenschlagader beseitigt. Nach einer Erholungsphase wurde dann in einer zweiten Operation der Defekt in der Hauptkammerscheidewand des Herzens behoben.

Verein sucht Ärzte und Kliniken

Den Verein "Erlangen hilft" haben Bürger deutscher und arabischer Herkunft gegründet. Er vermittelt für Kinder und Jugendliche aus Krisen-, Kriegs- und Katastrophengebieten, denen in ihren Heimatländern nicht geholfen werden kann, medizinische Hilfe in Erlangen und in der Region. Er sucht dazu die entsprechenden Spezialisten und geeignete Kliniken aus. Das teilt die Uniklinik mit.
Die Aktion "Kinderherz-OP" ist eine Initiative der Kinderkardiologischen Abteilung und der Kinderherzchirurgischen Abteilung des Universitätsklinikums Erlangen. Ihr Ziel: bedürftige, schwer herzkranke Kinder aus dem Ausland in Erlangen zu heilen. Dieses Ziel kann das Uni-Klinikum Erlangen als Anstalt des öffentlichen Rechts nicht aus eigenen Mitteln finanzieren und ist deshalb auf Spenden angewiesen. Diese werden ohne Abzug von Verwaltungskosten, Kontogebühren oder Sonderhonoraren ausschließlich für die medizinische Behandlung verwendet.