Ansbach — Überzeugend war es nicht, was die Fußballer der SpVgg Ansbach (14.) am Samstag bei ihrem 3:2-Heimsieg über das Schlusslicht SV Memmelsdorf den nur 220 Zuschauern geboten haben. Die drei Punkte waren jedoch wichtig im Rennen um den Klassenerhalt. Beachtlich: Trotz ihrer aussichtslosen Lage kämpfen die Memmelsdorfer unverdrossen.
Wie ein abgeschlagener Tabellenletzter sind die Memmelsdorfer in Mittelfranken nicht aufgetreten. Sie waren zwar nur mit drei Auswechselspielern angetreten, weshalb Trainer-Routinier Rolf Lamprecht ziemlich einsam auf seinem Stuhl saß, Probleme bereiteten die Oberfranken mit ihrer engagierten und auch zielstrebigen Spielweise den Gastgebern doch mehr, als diesen lieb war. Auch die 1:0-Führung in der 24. Min. durch einen wuchtigen Weitschuss von Petrit Djonbalic verlieh den Ansbachern keine Sicherheit.
Zu oft verzettelte sich das Team von Trainer Andreas Heid ("Der Druck war uns anzumerken") im Spielaufbau. Der letzte Pass in die Spitze kam zu ungenau. Allerdings war es auch schwer, auf dem holprigen, steinharten Rasen, den Ball zu kontrollieren. Die Gäste näherten sich nach und nach dem Ansbacher Tor an. Den Kopfball des schnellen US-Boys Alassane Kane kratzte Florian Körner gerade noch von der Linie (31. Min.), vier Minuten später war der SpVgg-Torhüter aber erstmals geschlagen. Kane hatte den Ball gegen beide Ansbacher Innenverteidiger gut abgeblockt, von hinten kam Thomas Malette angerauscht und kanonierte das Leder zum 1:1 ins Netz.
Kurz vor dem Halbzeitpfiff eroberte sich die SpVgg die Führung zurück. Einen der wenigen gelungenen Angriffe vollendete Bastian Herzner mit dem 2:1 (45.). Die gute Vorarbeit dazu hatte der emsige Sebastian Stolz geleistet, der sich links durchsetzte und den Ball präzise nach innen gab.
Auch nach Wiederbeginn hatte Ansbach die Partie nicht im Griff, wurde zweimal gefährlich ausgekontert, obwohl Trainer Heid gefordert hatte, die Räume zu verdichten. Der Treffer zum 2:2 in der 60. Min. passte zum Spiel der Gastgeber: Der Memmelsdorfer Tobias Seifert sah, dass Körner zu weit vor seinem Tor stand, hielt aus gut 35 m drauf und hatte Erfolg. Körner kam zwar mit der Hand noch an den Ball, klatschte ihn sich aber selbst ins Tor. Nach diesem Blackout zeigte die SpVgg aber Moral und forcierte ihre Offensivbemühungen. Als Herzner im Strafraum zu Boden gerissen wurde, forderte er vergeblich einen Elfmeter (69.). Eine Minute später scheiterte Heiko Kandler mit einem beherzten Schuss knapp. In der 74. Min. bekam Ansbach dann doch seinen Foulelfmeter: Fabian Neuß hatte Patrick Kroiß zu Fall gebracht, den Strafstoß verwandelte Kapitän Christoph Hasselmeier gewohnt sicher zum 3:2.
"Schade, dass das Spiel durch diesen Elfmeter, der allerdings berechtigt war, entschieden wurde", resümierte Coach Lamprecht, der nach vier Wochen Krankheit erstmals wieder auf dem SVM-Trainerstuhl saß. "Über weite Strecken waren wir gleichwertig. Deshalb bin ich auch stolz auf meine Mannschaft, die sich nicht aufgibt und die Saison mit Anstand zu Ende spielt." Sein Kollege Heid war erleichtert über die drei Punkte, zufrieden war er mit der Leistung seines Teams aber nicht: "Wir haben zu sehr verkrampft. Der Kopf wollte zwar, aber die Beine nicht. Ich hatte schon Angst, das Spiel zu verlieren." hr