Friesen/Feucht — Mausert sich der SV Friesen vom einstigen Abstiegskandidaten endgültig zu einem ernsthaften Anwärter auf die Vizemeisterschaft der Landesliga Nordost? Diese Frage könnte am heutigen Samstag beantwortet werden, wenn die Schützlinge von Andreas Lang beim SC Feucht zu Gast sind (Anstoß 16 Uhr). Die Mittelfranken führen nämlich mit sieben Punkten Vorsprung die Tabelle an und sind seit vielen Wochen das Maß aller Dinge.
Bei aller Freude im Lager des SV Friesen hält der Trainer aber ganz bewusst den Ball flach. "Es gilt weiterhin vorrangig das Ziel, 45 Punkte zu erreichen und am Ende unter die zehn besten Mannschaften zu kommen, weil wir dann für den Bayernpokal qualifiziert sind", sagt Andreas Lang. "Aber die Euphorie, die im gesamten Umfeld herrscht, freut natürlich nicht nur mich."

Torjäger Fugmann fehlt

Maßgeblichen Anteil an den jüngsten Erfolgen hat Routinier Frank Fugmann, der mit seinen drei Treffern gegen den SSV Kasendorf sein Torkonto auf 19 ausgebaut hat. Um so ärgerlicher ist es, dass der 31-Jährige urlaubsbedingt ausgerechnet beim Spitzenreiter nicht mitmachen kenn.
Spätestens seit der Winterpause hat der Trainer aber wieder deutlich mehr Möglichkeiten, Ausfälle zu kompensieren. Und das ist auch gut so, denn das Verletztenlazarett ist zuletzt wieder etwas größer geworden. Yannik Krebs hat sich nämlich einen Außenbandriss und Symdesmoseband-Anriss zugezogen und fällt mehrere Wochen aus. Auch André Münch muss nach einem Muskelfaserriss passen.
Im Hinspiel am 16. August entführte der SC Feucht mit 4:2 die Punkte aus dem Frankenwaldstadion. Bereits damals war aber ein Aufwärtstrend bei den Friesenern klar erkennbar, auch wenn nach dem achten sieglosen Saisonspiel die "rote Laterne" im SV-Sportheim hing. Schließlich lag der SV gegen die Mittelfranken mit 2:1 vorne und geriet erst durch ein spätes Eigentor sehr unglücklich auf die Verliererstraße.
Dass dies damals für lange Zeit die letzte Niederlage sein würde und bis heute nur eine weitere hinzukommen sollte, hätten sich bestimmt noch nicht einmal die größten Optimisten im Lager des SV träumen lassen. Bei vier Punkten Rückstand auf Rang 2 ist mittlerweile die Vizemeisterschaft deutlich näher als die Abstiegszone, aus der man sich längst verabschiedet hat. Die Friesener scheinen für die Aufgabe gut gerüstet zu sein.
SV Friesen: Kiesewetter/ Kirschbauer - Woitschitzke, Roger, Meyer, Zwosta, Nützel, Zapf, Fröba, Marzog, Gleich, Stammberger, Sudol, Köcher, Firnschild, Kestel. han