Die Entscheidung überraschte vor allem die Befürworter, die die alte Eisenbahntrasse von Erlangen-Bruck nach Herzogenaurach gerne wieder in Betrieb sähen. Denn der Erlanger Stadtrat hat sich in seiner Januarsitzung bei einem Dringlichkeitsantrag mehrheitlich gegen einen symbolischen Protest entschieden, da die Stadt von den Plänen nicht in ihren Rechten betroffen ist.
Überraschend, weil die Stadt Erlangen zunächst auf Beschluss des Stadtrats vom 27. April 2017 gegen den Antrag der Stadt Herzogenaurach auf Freistellung und Rückbau von Gleisen der "Aurachtalbahn" wegen der Südumfahrung Neuses-Niederndorf Einwendungen erhoben hatte. Damals wurde argumentiert: "Die Ortsumfahrung ist so zu gestalten, dass die Einrichtung einer Stadt-Umland-Bahn möglich ist. Darüber hinaus sind die Kreuzungspunkte mit der ehemaligen Bahnlinie Erlangen-Bruck nach Herzogenaurach so auszuführen, dass bei Bedarf zukünftig ein elektrischer Betrieb der Linie hergestellt werden kann."
Das Eisenbahn-Bundesamt hatte unter anderem diese Einwendungen geprüft und in dem sogenannten Freistellungsbescheid zutreffend ausgeführt, dass die Stadt-Umland-Bahn durch diese Entscheidung nicht beeinträchtigt wird. Ein Argument, das sowohl Erlangens Oberbürgermeister Florian Janik als auch Herzogenaurachs erster Bürgermeister German Hacker immer wieder betonten.
"Die ergebnisoffene Trassenführung der Stadt-Umland-Bahn ist weiterhin möglich. Dies gilt auch, wenn ein Teilstück der ehemaligen Aurachtalbahn für den Bau der Südumfahrung Neuses-Niederndorf aufgelassen wird", heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt Erlangen. Auch Hacker hatte das bei diversen Terminen zu dieser Thematik immer wieder betont.
Auch nach Auflassung eines Teilstücks der alten Trasse kann die Stadt-Umland-Bahn gebaut werden, da durch das Überbauen in einer Höhe von 5,7 Metern Höhe die Freihaltung für eine mögliche Stadt-Umland-Bahn gewährleistet ist. Eine ergebnisoffene Prüfung der Trassenführung ist dadurch nicht eingeschränkt.
Der Bescheid des Bundesamts wurde der Stadt Erlangen nur zur Kenntnis gegeben, da seitens der Stadt keine Rechtsbehelfe möglich sind. mb