Kronach — Landrat Oswald Marr informierte, dass ab dem kommenden Schuljahr an der Pestalozzi-Schule eine Stütz- und Förderklasse eingerichtet wird. Dies hatte der Vorstand beschlossen.
Gedacht ist die Klasse für Kinder mit einem besonders hohen Förderbedarf in ihrer sozialen und emotionalen Entwicklung, die vorerst nicht in einer Regelschule unterrichtet werden können. Es handelt sich dabei um eine Kooperation zwischen Schule und Jugendhilfe. Auch die Finanzierung erfolgt von beiden Seiten - seitens der Regierung für die Schule sowie als Jugendhilfe-Maßnahme. Sie ist für etwa zehn bis zwölf Grundschulkinder aus dem Landkreis gedacht. Ein vorläufiges Konzept wurde bereits erarbeitet. Die Beantragung bei der Regierung erfolgt im Mai.
"Es handelt sich dabei um eine Ganztagsklasse, in der die Schüler früh bis nachmittags betreut werden", so Sonderschulrektorin Irene Müller. Bislang wurden solche Kinder, die mehr Hilfe als andere benötigen, beispielsweise in Naila oder Fassoldshof unterrichtet.

Zwei Pädagogen gleichzeitig

Bei der Stütz- und Förderklasse wird es sich um eine neue Klasse handeln. Förderbedürftige Kinder, die bereits woanders untergebracht sind, bleiben dort. In der Schulklasse werden immer zwei Pädagogen gleichzeitig anwesend sein. Das Personal besteht aus zwei Personen des schulischen Bereichs sowie zwei Sozialpädagogen der Jugendhilfe.
Die Klasse erstreckt sich über drei Jahre. Im dritten Jahr wird versucht, die Kinder wieder an den Regelschulunterricht zu gewöhnen. So sei es Ziel, dass nach den drei Jahren wieder eine Beschulung an der Regelschule erfolgen kann. "Im Mittelpunkt steht immer das Kind. Wir holen es dort ab, wo es ist", erklärt Irene Müller. Auch eine verstärkte Elternarbeit müsse erfolgen. Wenn möglich, unterrichte man nach gültigen Lehrplänen der Regelschule.
Das integrative und inklusive Angebot will die Kinder in die Allgemeinheit und Gesellschaft zurückführen. Die Klasse hat zwar ihren eigenen kleinen Bereich, um in ihren Räumlichkeiten störungsfrei arbeiten zu können. Sie ist aber im Schulhaus integriert. "Wir haben uns bewusst gegen ein streng getrenntes Konzept entschieden. Die Kinder werden in die Aktivitäten der Schule eingebunden - wie bei Festen oder der Weihnachtsfeier. Sie sollen das Gefühl haben, zur großen Schulfamilie dazuzugehören", betont die Sonderschulrektorin. Das Angebot erfolge im Grundschulbereich, weil man in diesem Alter noch am meisten bewirken könne. hs