Eine hochschulübergreifende Forschergruppe der drei Universitäten Tübingen, Dresden und Jena besuchte im Juni das Unesco-Biosphärenreservat Rhön, um gemeinsam Studierenden praktische Erfahrung in ökologischer Feldforschung sowie in Natur- und Artenschutz zu vermitteln. Die Umweltbildungsstätte Oberelsbach diente der Forschungsgruppe und den 17 Studenten als Unterkunft und Ausgangspunkt für Exkursionen in die verschiedenen Schutzgebiete. Ein eigens zur Verfügung gestellter Seminarraum bot ausreichend Platz für Fachvorträge wie auch für Detailuntersuchungen unter dem Stereomikroskop.
Im Mittelpunkt der neuntägigen Veranstaltung standen die Bestimmung von Tier- und Pflanzenarten sowie die Anwendung ökologischer Forschungsmethoden im Freiland. So wurden am Lehrpfad durch das Schwarze Moor, in der Kernzone Gangolfsberg mit ihrem für die Rhön typischen Buchenmischwald, sowie auf den ökologisch wertvollen Magerrasen des ehemaligen Standortübungsplatzes Mittelstreu botanische und zoologische Untersuchungen vorgenommen. Die Forschergruppe zeigte sich beeindruckt von der großen Vielfalt der verschiedenen Ökosysteme und der Menge an bundesweit gefährdeten Arten, die in der Rhön noch zu beobachten sind. Nicht von ungefähr gilt das Unesco-Biosphärenreservat Rhön bundesweit als "Hotspot der Biodiversität". In wenigen Tagen konnte die Forschergruppe über 540 verschiedene Tier- und Pflanzenarten nachweisen, wovon viele als ausgesprochene Seltenheiten gelten. Allerdings sind für das Erkennen dieser Vielfalt oftmals professionelle Fachkenntnisse erforderlich.
Die Projektarbeiten der Studenten gaben neue Anstöße für einen forschend-entdeckenden Lernansatz, um die junge Generation für Naturwissenschaften begeistern zu können. Die hochschulübergreifende Forschergruppe hat bereits jetzt signalisiert, in den nächsten Jahren wieder nach Oberelsbach kommen zu wollen. red