Zwei Studentinnen der Universität Würzburg absolvieren derzeit ein Praktikum in der Akutgeriatrie der Haßberg-Kliniken in Haßfurt. Sie sind die ersten angehenden Medizinerinnen, die von der im Februar dieses Jahres besiegelten Zusammenarbeit zwischen dem Krankenhaus und der Hochschule profitieren, wie das Kommunalunternehmen Haßberg-Kliniken am Freitag mitteilte.

"Das ist eine Win-win-Situation", freut sich Frank Schröder, Chefarzt der Akutgeriatrie im Haus Haßfurt der Haßberg-Kliniken. "Wir geben angehenden Ärztinnen die Möglichkeit, ihr theoretisch erlerntes Wissen in der Praxis anzuwenden. Dabei erleben auch wir noch einmal einen anderen Blickwinkel auf unsere Arbeit und unsere Patienten", sagt der Arzt.

Seit einigen Monaten sind die Haßberg-Kliniken mit ihrer Abteilung Akutgeriatrie offiziell akademische Lehreinrichtung der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Dies bedeutet zum einen, dass Medizinstudierende der Universität Würzburg einen Teil ihrer praktischen Ausbildung im Haßfurter Krankenhaus absolvieren können, und zum anderen, dass Frank Schröder umhabilitiert hat und nun Privatdozent der Universität Würzburg ist. Zwei digitale Vorlesungen zum Thema Geriatrie hat er dort bereits gehalten.

In der Woche konnten er und sein Team jetzt erstmals zwei Medizinstudentinnen empfangen, die ihr zweiwöchiges Blockpraktikum in Haßfurt absolvieren. Dabei geht es nicht nur um das Vermitteln von Fachwissen. "Das kann die Universität im Zweifel besser als wir", sagt Dr. Schröder. "Wir wollen Haltung und Umgang, also Kommunikation mit den Patienten, Angehörigen und Mitarbeitern vermitteln", betont der Mediziner.

Einblicke

Die Medizinstudentinnen haben die Gelegenheit, einen Einblick in die Arbeitsweise der Akutgeriatrie mit ihrer "wirklich gelebten integrierten Versorgung" zu erhalten, welche es laut den Verantwortlichen der Uni Würzburg in dieser Form nur selten gibt. Ärzte unterschiedlicher Fachrichtungen, das Pflegepersonal, aber auch Physio-, Ergotherapeuten oder Logopäden kümmern sich in enger Absprache um die Kranken. Oberstes Ziel: Die Selbstständigkeit der Patienten soll nach der Entlassung so weit wie möglich wiederhergestellt sein und bis ins hohe Alter erhalten bleiben. "Dabei hat jeder Mitarbeiter eine andere Perspektive auf den Patienten", erläutert der Chefarzt. "Erst gemeinsam entsteht das Gesamtbild."

Theorie und Praxis

Die beiden Studierenden freuen sich darauf, ihr an der Würzburger Uni erlerntes theoretisches Wissen in Haßfurt in der Praxis umsetzen zu können. "Als Teil des therapeutischen Teams geben wir den angehenden Ärztinnen die Möglichkeit, Patienten selbst zu untersuchen, eigene Überlegungen anzustellen, diese mit dem betreuenden Arzt zu besprechen und mit diesem zusammen auch erste eigene Behandlungsideen zu entwickeln", erklärt Frank Schröder. red