Wenn Biomasse umgewandelt wird, denkt man nicht automatisch an gutes Design. Dass es aber durchaus schön aussehen kann, wenn Rest- und Abfallstoffe biologischen Ursprungs in Energieträger umgewandelt werden, beweist ein Designprojekt der Hochschule Coburg.

Zwölf Zweier-Teams des Studiengangs Integriertes Produktdesign haben gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut "Umsicht", Institutsteil Sulzbach-Rosenberg, verfahrenstechnische Anlagen für die Behandlung von Biomasse entworfen. Die Designentwürfe mit den dazugehörigen Anwendungsszenarien wurden am Beispiel einer Pilotanlage für thermo-katalytisches-Reforming (TCR-Technologie) ausgearbeitet. Das Ziel war, durch funktionales, smartes Anlagendesign den Weg von der Demonstrations- und Pilotanlage in die industrielle Anwendung zu ebnen.

Studiengangsleiter Prof. Wolfgang Schabbach von der Hochschule Coburg beschreibt die Herausforderung für die Studierenden: "Bei einem technisch so stark definierten Projekt musste zunächst die Position des Designs gefunden werden." Schließlich sei aus Ingenieurssicht Design beim Anlagenbau primär nicht gefragt. Doch, er bekräftigt: "Design ist immer da gefragt, wo Probleme in Bezug auf den Menschen zu lösen sind. Genau hier konnten die Studierenden auch ansetzen."

Die angehenden Designer:innen entwickelten unterschiedliche Anlagen mit ergonomischen und selbsterklärenden Bedienkonzepten. Die Schwerpunkte lagen auf Modularität, High-Tech-Optik und nachhaltigen Konstruktionsprinzipien. Ne-ben dem Industriedesign nahm das Projekt die Innovationskultur in den Blick.

Interdisziplinäres Entwerfen

Mehrere Workshops zwischen den Studierenden und "Umsicht"-Mitarbeitenden aus Wissenschaft, Labor, Konstruktion, IT, Werkstatt und mechanischer Fertigung halfen den Studierenden dabei, die Aufgabe interdisziplinär anzugehen. Alle relevanten Aspekte des Produktentwicklungsprozess wurden dabei beleuchtet: Form, Emotion, Funktion, Gebrauch, Produktion, Verkauf, Ökonomie und Nachhaltigkeit.

Die Ergebnisse der Projektarbeit sind ganz unterschiedlich: Ob Verwertung von Klärschlamm oder von Ernterückständen beim Kaffeeanbau: die verschiedenen Anwendungs-Szenarien und passenden Produktlösungen wurden von den Teams genau durchdacht und ausgearbeitet. Professor Schabbach resümiert: "Alle Entwürfe sind so konzipiert, dass sie in der Serie hergestellt werden könnten. Die Umsetzung ist natürlich abhängig von vielen Faktoren, wie Stückzahl, Zielgruppen, den Varianten technischer Komponenten und Baugrößen." red