Haßfurt — Einfach so ohne echte Expertenmeinung soll der Beitrag zum Einfach-so-Tag doch nicht bleiben. Falko Markulin, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie am Medizinischen Versorgungszentrum in Haßfurt, zum Thema Stress, der nicht vermeidbar ist, aber mit dem man lernen kann umzugehen.

Herr Markulin, wann haben Sie zuletzt einfach so gegen jedes Pflichtbewusstsein getan, worauf Sie Lust hatten?
Falko Markulin: Noch nie! Ich habe schon oft Dinge gegen die allgemeine Erwartung oder Normen getan, aber nicht gegen mein eigenes Pflichtbewusstsein. Wenn man gegen sein Pflichtbewusstsein handelt, führt das zu einem schlechten Gewissen und das wiederum führt zu Stress. Man sollte sich aber generell nicht zu sehr von den Erwartungen anderer leiten lassen und sich öfter mal etwas gönnen und nur Zeit für sich nehmen.

Verändert sich ein Mensch durch Stress und Hektik im Alltag?
Stress und Hektik belasten unsere Gesundheit. Dieses Wissen zeigt sich schon in alten Sprichworten wie "Das schlägt mir auf den Magen..." oder "Das hat mir das Herz gebrochen..." und soweiter. Und natürlich kann dauerhafter Stress zu bleibenden gesundheitlichen Schäden wie Herzinfarkten und Magengeschwüren führen.

Wie gelingt es, ein wenig mehr Gelassenheit an den Tag zu legen?
Da helfen jedem unterschiedliche Strategien. Man sollte sich sein Leben so einrichten, dass man Stress, der sich heutzutage nicht mehr vermeiden lässt, durch positive Erlebnisse und Erfahrungen ausgleichen kann. Man muss also Arbeit und Privatleben in der Balance halten. Und weil auf Englisch eh alles besser klingt: Man sollte auf eine ausreichende "work-life-balance" achten.

Die Fragen stellte Andreas Lösch