Mit der schrittweisen Rückkehr zur Normalität traten am Mittwochabend auch wieder die Schattenseiten des öffentlichen Lebens zu Tage. Eine handfeste Auseinandersetzung in der Oberen Stadt endete für einen Beteiligten im Klinikum, für den anderen im Polizeigewahrsam.

Seinen Anfang nahm die Schlägerei gegen 21.30 Uhr am Holzmarkt. Dort traf ein 15-Jähriger aus dem Landkreis Kulmbach auf einen 30-jährigen Kulmbacher. Der Ältere von beiden führte hierbei anscheinend Selbstgespräche, die der Jüngere offenbar auf sich bezog und sich provoziert fühlte. Ein zunächst verbaler Streit gipfelte in einem Faustschlag des 15-Jährigen, als sein Kontrahent eigentlich gerade das Feld räumen wollte.

Der Getroffene ging trotzdem seiner Wege, was dem Aggressor augenscheinlich missfiel. Nach einer kurzen Verfolgung lauerte der Jugendliche dem 30-Jährigen in einem Innenhof nochmals auf, wo er ihn erneut attackierte. Er stieß sein Opfer dabei zunächst gegen eine Mauer. Als der 30-Jährige zu Boden ging, verpasste der Jüngere dem ohnehin schon verletzten Mann noch einen kraftvollen Fußtritt gegen den Kopf . Während der Täter samt seinem Begleiter sein Heil in der Flucht suchte, musste der Geschädigte mit dem Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht werden. Dort stellten sich seine Verletzungen glücklicherweise als weniger schwer heraus, so dass er das Klinikum noch in der Nacht wieder verlassen konnte.

Die Fahndung nach dem Tatverdächtigen, bei der die Kulmbacher Streifenbesatzungen durch eine Diensthundeführerin aus Bayreuth unterstützt wurden, lief zunächst ins Leere. Erst knapp zwei Stunden nach der Tat konnte die Hundeführerin den Verdächtigen in der Fritz-Hornschuch-Straße aufgreifen. Im Zuge der Festnahme fiel den Beamten dann noch ein Brocken Haschisch in die Hände. Ob dieser dem Schläger oder seinem Begleiter gehörte, ist derzeit noch Gegenstand der Ermittlungen. Fest steht: Auch ohne einen nachgewiesenen Besitz von Betäubungsmitteln wird sich der 15-jährige mindestens wegen gefährlicher Körperverletzung vor der Justiz verantworten müssen. pol