Brigitte Schmitt ist Autorin und ehemalige Verlagsangestellte aus Frankfurt. Mittlerweile wohnt sie seit fast 15 Jahren in der Rhön - aus Liebe zur Region. Nun übernimmt sie die Patenschaft zu einem Stolperstein in Bad Brückenau.

Im Kurz-Interview spricht sie unter anderem über ihre Motivation und das Gefühl des Stolperns, wenn sie einen der Gedenksteine passiert.

Sie sind als Frankfurterin in der Rhön heimisch geworden. Wie sind Sie auf den AK Stolpersteine aufmerksam geworden?

Brigitte Schmitt: Die Stolpersteine habe ich schon aus meiner Zeit in Frankfurt gekannt. Vor zwei Jahren haben mir dann Freunde einen Gutschein für eine Patenschaft geschenkt. Dann habe ich angefangen zu schauen, wo denn hier überhaupt Stolpersteine verlegt werden. Eine Freundin hat mich dann auf das Projekt in Bad Brückenau hingewiesen.

Sie haben die Patenschaft von Bernhard Frank, der am 10. Juni 1942 deportiert wurde. Etwa ein Jahr später ermordete die SS ihn in Majdanek. Das geht aus dem erhaltenen Krematoriumsverzeichnis hervor. Gab es einen bestimmten Grund, Frank auszuwählen?

Nein, es gab keinen besonderen Grund dafür. Mir geht es dabei um die gute Sache. Die Schicksale sind alle auf ihre eigene Art furchtbar. Mir ist wichtig, dass die Taten nicht vergessen werden und etwas passiert.

Von Bernhard Frank sind zwei Frankfurter Anschriften überliefert. Die Weberstraße 7/I und als letzte Anschrift die Hölderlinstraße 2. Kennen Sie die Orte?

Naja, ich habe etwa 30 Jahre in Frankfurt gelebt. Da kennt man die Orte - auch wenn man keine Affinität zu dem Ort hat. Ich wüsste nicht, wie es dort aussieht, und welche Geschäfte jetzt dort sind.

Könnten Sie sich vorstellen die Anschriften eines Tages zu besuchen?

Ja natürlich. In Frankfurt gibt es ja schon einige Gedenksteine. Unter anderem in Sachsenhausen, wo ich gelebt habe. Eine Freundin und ich haben das dort mal abgelaufen. Es nimmt einen emotional mit. Jedes mal, wenn ich einen Stolperstein sehe, besinne ich mich zurück. Ich muss dann hoch blicken zu dem Haus und darüber nachdenken, wie es wohl war. Das Stolpern - das ist ein Gefühl, das berührt.

Das Gespräch führte

Johannes Schlereth.