Münchaurach — Die Internetforen sind voll von Beschwerden gefrusteter Telekom-Kunden und in Münchaurach (Gemeinde Aurachtal) müsste es heißen: Willkommen in der Telekom Servicewüste.
Im Mai begann in Münchaurach-Süd der Leidensweg mit der Deutschen Telekom und Markus Enzinger, Geschäftsführer der EMTEX GmbH, der als Unternehmer auf die Kommunikation angewiesen ist, platzte jetzt der Kragen. Seit 9. Mai sei nahezu täglich DSL, Internet und Telefon für rund 30 Minuten gestört. Gespräche würden in etwa 100 Haushalten zeitgleich unterbrochen oder könnten nicht geführt werden und auch IP-TV falle aus, so seien auch keine Internetverbindungen möglich.
Markus Enzinger berichtet auch von drei Fällen, bei denen die Alarmanlagen keine Meldungen absetzen konnten, während das Internet ausfiel.
Die Kunden informierten natürlich die Telekom von den täglichen Problemen, aber es tat sich nichts. "Wir erhalten nicht einmal eine Rückmeldung, ob wann was überhaupt geplant ist, um die Störungen abzustellen", schimpft Enzinger. So seien ihm bereits fünf Termine genannt worden, an denen das Problem hätte beseitigt werden sollen, in einer SMS sei sogar gestanden: "Ihre Störung ist behoben", um wenige Stunden später den nächsten Ausfall zu erleben.


Nummer nicht mehr in Betrieb

Ein Mitarbeiter bei der Störungsstelle habe Enzinger bei der wiederholten Störmeldungen erklärt: "Sie sind ja Geschäftskunde, da habe ich eine Rufnummer, die sollten sie auf jeden Fall anrufen, da haben Sie ihren direkten ganz persönlichen Ansprechpartner, der sich um Ihr Anliegen kümmert..."
Das tat Enzinger, um sich dann die Ansage: "Diese Nummer ist nicht mehr in Betrieb, bitte rufen Sie die Störungsstelle an", anzuhören. Interessant auch, dass die Firma Enzinger eine vertragliche Vereinbarung mit der Telekom hat, dass eine Störung binnen acht Stunden behoben sein muss.
Für seinen Gewerbebetrieb seien Datenverbindungen existenziell wichtig und seit Beginn der Störungen sei der Betrieb stark beeinträchtigt. Der Geschäftsmann hat mittlerweile einen Rechtsanwalt eingeschaltet. Ein Rat eines Telekom-Mitarbeiters, "den Anschluss doch zu kündigen, weil die Firma in einem solchen Fall ein Sonderkündigungsrecht habe", schlage dem Fass den Boden aus.
Markus Enzinger verteilte im Ortsteil Flugblätter und es meldeten sich viele Anwohner, die das gleiche Problem haben und ebenfalls die Störungsstelle kontaktiert hatten. Wie Enzinger berichtet, versucht das Telekommunikationsunternehmen jetzt, vom Problem abzulenken, indem es die Kunden damit beschäftigt, den eigenen Router auf Werkseinstellung zurückzusetzen oder ein Softwareupdate zu installieren. Was allerdings nichts nütze, da es ein telekom-interner Fehler sei, der alle Kunden im Ortsteil betreffe.
Natürlich wurde auch Bürgermeister Klaus Schumann (ÜWB) von den Problemen in Kenntnis gesetzt, um mit dem Kommunalansprechpartner der Telekom Kontakt aufzunehmen. Dies hat der Bürgermeister, der selbst in dem betroffenen Gebiet wohnt, auch getan. "Ich bin ja nicht oft zu Hause. Und wenn dann mal das Telefon nicht geht, naja, dann muss ich das Mobiltelefon nehmen oder das Internet im Büro benutzen. Aber die Zeiten, die Herr Enzinger aufgezeichnet hat, sind schon ganz schön heftig", erklärt der Bürgermeister dazu.


Service-Mitarbeiter erreicht

Außerdem sei es nicht einfach, bei der Telekom jemanden zu erreichen. "Vor drei bis vier Tagen habe ich unseren Vertriebsbetreuer angerufen und ihn gebeten, mit den richtigen Leuten in seinem Unternehmen Kontakt aufzunehmen. Und es hat geklappt, nach einer Stunde meldete sich der technische Service und fragte nach den Nummern der betroffenen Kunden, um den Fehler besser eingrenzen zu können."
"Jetzt schauen wir mal, wie es weiter geht. Auf jeden Fall machte der Herr einen kompetenten Eindruck", erklärte der Bürgermeister am Sonntagvormittag. Er habe auch mitgeteilt, dass das wohl keine gute Werbung für das Unternehmen sei. Ein Ausfall der Technik könne immer wieder passieren, aber dass die Kunden vertröstet werden und keine Reaktion erfolge, sei in der digitalen Zeit nicht hinnehmbar.